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VonThomas Eulenpesch

Vorbeugender Brandschutz bietet Sicherheit für Sie und Ihre menschlichen und tierischen Angehörigen

Brandschutz ist stets ein sensibles Thema. Oftmals wird sich diesem Thema jedoch erst dann gewidmet, wenn ein Unglück geschieht. Auch, wenn der materielle Verlust ärgerlich ist, ist dieser im Vergleich zu einem Personenschaden von untergeordneter Bedeutung. Jährlich versterben unnötig viele Menschen, weil keine ausreichende Brandschutzmaßnahmen umgesetzt worden sind. Daher muss hervorgehoben werden, dass die richtige Vorsorge einerseits den Ausbruch von Feuer reduzieren und andererseits Menschenleben retten kann.

Auch innerhalb Ihres Eigenheims können Sie einen erhöhten Fokus auf das Thema Brandschutz legen. Üblicherweise werden nur die baurechtlich geforderten Basismaßnahmen umgesetzt, dennoch können Sie für Ihre eigene Sicherheit umfangreichere Maßnahmen umsetzen. Empfehlenswert ist beispielsweise auf brennbare Dämmstoffe wie Styropor zu verzichten und besser Steinwolle als Dämmstoff einzusetzen. Auch der Einsatz von Gipskartonplatten und andere schwer entflammbare Baumaterialien ist zu empfehlen. In einem Mehrfamilienhaus oder auch beim direkten Zugang zur Garage sind Rauchschutztüren und Feuerschutztüren nicht mehr wegzudenken. Diese baulichen Gegebenheiten verhindern zwar nicht den Ausbruch von Feuer, reduzieren jedoch das Risiko eines schnellen Feuerausbruchs und ermöglichen demnach auch bessere Löschmaßnahmen. Auf Wanddurchbrüchen wie beispielsweise für Elektroleitungen oder Wasserleitungen muss ein besonders starkes Augenmerk gelegt werden und hierfür geeignete Maßnahmen wie beispielsweise den Einsatz von Abschottungen umgesetzt werden.

Unabhängig davon sind vorbeugende Maßnahmen von besonders großer Bedeutung. Denn diese ermöglichen einerseits eine frühzeitige Erkennung und andererseits frühzeitige Löschmaßnahmen. Um eine bestmögliche Sicherheit zu erreichen wird empfohlen einen hochwertigen Rauchmelder beispielsweise mit Rauch- und Temperatursensor zu installieren. Um einen Fehlalarm zu vermeiden sollten Rauchmelder jedoch nicht in Badezimmern oder Küchen installiert werden. Für Küchen bietet es sich jedoch zusätzlich an eine Löschdecke anzuschaffen um im Ernstfall einen Brand löschen zu können. Die Verwendung von Wasser bei einem Fettbrand führt hingegen zu einem deutlich höheren Schadensausmaß.  Auch kann die Anschaffung eines Feuerlöschers für Privathaushalte empfohlen werden. Hierzu sollten Sie sich jedoch im Fachhandel beraten lassen und nach Möglichkeit einen höherwertigen Aufladelöscher anschaffen.

VonThomas Eulenpesch

Einsatz von Feuerlöschern im Privathaushalt

Auf dem Markt existieren unterschiedliche Arten von Feuerlöscher. Diese unterscheiden sich entsprechend auch in der Handhabung und Ihren Einsatzbereichen. Am häufigsten sind auf dem Markt Pulverlöscher, Schaumlöscher und CO2 Löscher vorzufinden. Für den privaten Einsatz sollte überprüft werden, ob statt dem Einsatz eines 6 Kilogramm schweren Feuerlöschers auch der Einsatz eines Feuerlöschsprays möglich ist. Dieser eignet sich jedoch auf seiner Größe nur für kleinere Entstehungsbrände hat auf der anderen Seite den Vorteil, dass dieser unmittelbar in Reichweite beispielsweise in der Küche aufbewahrt werden kann. Zusätzlich ist ein Feuerlöschspray für viele Leihen deutlich einfacher zu handhaben.

Auch, wenn Feuerlöscher zunehmend in Discountern und Baumärkten oder auch über Online-Anbieter erhältlich sind, kann der Bezug über den lokalen Fachhandel empfohlen werden. Denn dort erhalten Sie eine kompetente Beratung und erhalten einen Feuerlöscher, der auf Ihren Einsatzbereich zugeschnitten ist.

Darüber hinaus erhalten Sie im Fachhandel eine kompetente Einweisung in den Umgang mit dem Feuerlöscher. Je eher der Feuerlöscher im Brandfall eingesetzt wird, desto größer ist die Chance, dass der Entstehungsbrand gelöscht werden kann bevor ein größerer Schaden entsteht. Daher ist es empfehlenswert, wenn Sie sich vorab mit der Handhabung vertraut gemacht haben. Im optimalen Fall sind Sie in die Nutzung eingewiesen worden und haben sogar ein Übungsfeuer mit dem gleichen oder einem vergleichbaren Modell gelöscht.

Beim Kauf eines Feuerlöschgeräts sollte insbesondere auf die Brandklasse und eine GS-Prüfung geachtet werden. Im Privathaushalt sind die Brandklassen A und B und im Bereich der Küche zusätzlich die Brandklasse F für mögliche Fettbrände zu empfehlen. Beim Einsatz eines sogenannten ABC-Pulverlöschers, der oftmals sehr preiswert im Baumarkt oder bei Discountern bezogen werden kann muss berücksichtigt werden, dass hierdurch größere Verschmutzungen entstehen, die sich mitunter auch über mehrere Stockwerke im Einfamilienhaus ausbreiten können.

Ein optimaler Schutz bietet ein Aufladelöscher, der im Turnus von zwei Jahren durch einen Fachbetrieb gewartet wird. Dieser ist zwar etwas teurer in der Anschaffung als ein preiswerter Dauerdrucklöscher, bietet jedoch aufgrund der regelmäßigen Wartung durch den Fachbetrieb ein Höchstmaß an Sicherheit für Sie und Ihre Angehörigen.

VonThomas Eulenpesch

Schäden durch Schimmel und Feuchte

Schimmel- und Feuchteschäden müssen immer begutachtet werden!Von Natur aus lässt sich Schimmelpilz überall in der Luft finden und ist nicht immer gefährlich solange die Konzentration gering ist. Mit den richtigen Nährstoffen von Materialien können sich Schimmelpilze ernähren und ausbreiten. Zu den wichtigsten Nährstoffen gehören zum einen die Materialien wie Papier, Tapeten, Kleister, Holz oder auch Teppichböden. Aber auch Stäube geben den Sporen ausreichend Nährstoffe um sich auszubreiten. Insbesondere dann wenn die Materialen selbst keine Nährstoffe enthalten. Die Staubpartikel setzen sich darauf nieder und bilden Plätze für einen potentiellen Schimmelpilzbefall.

Der Schimmelpilz entsteht nur bei einer entsprechend hohen Feuchtigkeit und dem notwendigen Nährstoffangebot. Das Wachstum von Schimmel kann zum einen auf und auch in Materialien erfolgen. Bei einem Schimmelpilzbefall im inneren von Wänden hilft meist nur eine hartnäckige Sanierung mit Erneuerung des Mauerwerkes. Die optimale Vorrausetzung zur Bildung von Schimmelpilzen ist eine Luftfeuchtigkeit von 80%. Der Temperaturunterschied zwischen Oberflächen bei einer hohen Luftfeuchtigkeit sorgt für eine Taubildung. Gerade dieser Tau ist meist dafür verantwortlich die Schimmelbildung zu beschleunigen, sodass ein Schimmelpilzschaden entstehen kann.

VonThomas Eulenpesch

Was ist ein Brandschutzkonzept und wer benötigt eins?

Ein Brandschutzkonzept bietet die Basis für die Planung und anschließende Ausführung des vorbeugenden und baulichen Brandschutzes innerhalb eines Gebäudes. Daher sollte dieses Konzept auch bereits vor der Errichtung eines Gebäudes erstellt werden. Jedoch ist es auch möglich nachträglich ein Brandschutzkonzept zu erstellen. Beispielsweise bei der Umnutzung eines Gebäudes. Auch, wenn dies möglich ist führen spätere Änderungen stets zu höheren Kosten und einem erhöhten Aufwand dies kann auch anhand des Beispiels Berliner Flughafen verdeutlicht werden.

Inhalte eines Brandschutzkonzeptes

Ein ausführliches Brandschutzkonzept beinhaltet verschiedene Elemente:

  • Analysen: Welche Voraussetzungen liegen vor? Beispielsweise für welchen Zweck soll das Gebäude errichtet werden und welche Personen und Unternehmen nutzen das Gebäude?
  • Vorschriften und Normen: Zunächst muss überprüft werden, welche Rechtsvorschriften und Normen angewandt werden müssen. Dies können beispielsweise je nach Einsatzzweck und Bundesland unterschiedliche Vorschriften sein.
  • Planung der Brandschutzmaßnahmen: Basierend auf den zuvor gesammelten Informationen werden konkrete Maßnahmen ausgearbeitet.

Bei der Errichtung sollte die Gebäudeinstallation unmittelbar im Brandschutzkonzept berücksichtigt werden. Durch den Einsatz moderner Software könne Brandschutzpläne auf Basis der Gebäudegrundrisse erstellt werden. Hierin können detaillierte Informationenwie die Verlegung von Kabel und Rohren, die Installation von Schotts, Brandwänden, Brandschutztüren, Rauchmeldern und weitere Elemente des vorbeugenden Brandschutzes verzeichnet werden.

Für welchen Zweck wird das Gebäude errichtet?

Maßgeblich für die Erstellung des Brandschutzkonzeptes ist auch die Gebäudenutzung. Beispielsweise müssen bei industriellen Anlagen andere Aspekte beachtet werden als bei einem Mehrfamilienhaus, Pflegeheim, Einkaufszentrum oder Krankenhaus. Während ein Einfamilienhaus meist nur über den Haupteingang und den Ausgang zur Terrasse verfügt müssen in Krankenhäusern mehr Ausgänge zur Verfügung stehen und diese entsprechend sichtbar gekennzeichnet werden.

Beispielsweise gelten hier besondere Vorschriften, sodass dort besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen:

  • Altenheim
  • Supermärkte
  • Kindergärten
  • Schule
  • Bürogebäude
  • Industrieanlagen
  • Hallen
  • Werkstätten

Bei großen Gebäuden werden unter anderem nachfolgende Elemente zur Sicherheit der Nutzer eingebaut:

  • Rauchabzugsanlagen
  • Automatische Feuerlöschanlagen
  • Fluchtwegkennzeichnung und Notbeleuchtung
  • Notstromerzeuger
  • Feuerlöscher und Wandhydranten
  • Rauchmelder mit Direktanbindung an die Feuerwehr

Je größer das jeweilige Gebäude desto komplexer ist auch die Planung des Brandschutzes. Wie beispielsweise am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zu erkennen ist, führen Mängel bei der Planung -hier maßgeblich ausgelöst durch eine geänderte Flächennutzung innerhalb des Gebäudes- zu erheblichen Verzögerungen beim Bau eines Gebäudes.

Wer benötigt ein Brandschutzkonzept?

Bei der Errichtung eines Gebäudes werden die Informationen aus dem Brandschutzkonzept von allen beteiligten Gewerken benötigt. Denn oftmals betreffen bestimmte Bereiche mehrere Gewerke, sodass beispielsweise der Elektroinstallateur Kenntnis darüber haben muss ob ein Notstromaggregat eingebaut werden muss. Auch muss der für den Bereich der Wasserinstallationen zuständige Unternehmer wissen, an welchem Ort und welcher Menge Wasser für die Sprinkleranlage bereitgestellt werden muss. Daher gilt es das Brandschutzkonzept bereits vor Errichtung des Gebäudes zu erstellen. Bei einer Umnutzung sollte das Konzept erstellt werden, bevor die Bauarbeiten begonnen werden.

Für den Betreiber des Gebäudes enthält das Brandschutzkonzept ebenfalls wichtige Informationen. Durch dieses können Evakuierungen entsprechend durchgeführt werden oder auch Wartungsmaßnahmen besser geplant werden. Daher gilt es das Konzept auch regelmäßig auf Aktualität zu überprüfen.

VonThomas Eulenpesch

Kennzeichnung von Fluchtwegen

Insbesondere in Notsituationen wie Bränden können schnell chaotische Situationen in Gebäuden ausbrechen. Während in öffentlichen und gewerblich genutzten Gebäuden Fluchtwegkennzeichnungen vorgeschrieben sind, sind diese in privaten Wohngebäuden eher selten vorzufinden. Der Einsatz derartiger Kennzeichnungen ist jedoch grundsätzlich sinnvoll, denn hierdurch soll sichergestellt werden, dass die im Gebäude befindlichen Personen schnell und auf dem kürzesten Wege aus dem Gebäude flüchten können.

Oftmals werden Kennzeichnungen von Fluchtwegen mit einer sogenannten Sicherheitsbeleuchtung, die auch bei Stromausfall eine bestimmte Zeit lang funktionsfähig bleibt kombiniert. Ist eine derartige Beleuchtung nicht vorhanden, schreibt das Gesetz vor, dass die Kennzeichnungen mit langnachleuchtenden Materialien beschichtet sind. Dies soll ebenfalls die Flucht aus dem Gebäude bei Stromausfall ermöglichen (Vgl. hierzu auch die Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) A1.3).

In den Meisten Gebäuden werden die Schilder in Sichthöhe oder über den Türen angebracht. Hierbei besteht jedoch die Problematik, dass sich bei einem Brand Rauchgase zuerst an der Decke sammeln und von dort langsam heruntergedrückt werden. Dies führt mitunter auch schnell dazu, dass die Beschilderung nicht mehr sichtbar ist und die Orientierung verloren geht. Somit ist nicht mehr sichergestellt, dass Personen eigenständig flüchten können. Mithin wird auch den Rettungskräften, durch die nicht mehr sichtbare Kennzeichnung die Fortbewegung im Gebäude erschwert.

Sofern eine Verrauchung stattfinden kann schreibt die Arbeitsstättenrichtlinie bei öffentlich zugänglichen und gewerblich genutzten Gebäuden ein optisches Sicherheitsleitsystem vor (ASR A3.4/7). Hierbei handelt es sich um eine durchgehende optische Kennzeichnung mit Richtungsangaben. Zu den kostengünstigsten Lösungen zählen hier bodennahe Leitsysteme mit einer langnachleuchtenden Beschichtung, sodass diese ohne Energiekosten über einen längeren Zeitraum die Flucht aus dem Gebäude ermöglichen.

Um einen bestmöglichen Effekt bei der Flucht aus möglicherweise verrauchten Gebäuden zu erzielen werden derartige optische Leitsysteme auf dem Fußboden oder an Wänden in maximal 40 cm Höhe oberhalb des Fußbodens angebracht. Türen in Fluchtwegen sollten zusätzlich vollständig umrandet werden und die Türgriffe ebenfalls mit einer lang nachleuchtenden Folie hinterlegt werden. Sinnvoll ist es bei Treppen im Fluchtweg die einzelnen Stufen zu kennzeichnen um eine Stolpergefahr zu vermeiden.

Gerne helfen wir Ihnen die optimale Kennzeichnungen für die Kennzeichnung von Fluchtwegen in Gebäuden – egal ob in Goch, Kleve oder einem anderen Ort in NRW – auszuwählen.

Klassische Kennzeichnung von Fluchtwegen

Klassische Kennzeichnung oberhalb von Fluchtwegen

VonThomas Eulenpesch

Design von virtuellen Kraftwerken

Grundsätzlich können mit dem Betrieb von virtuellen Kraftwerken unterschiedliche Ziele verfolgt werden. Entsprechend muss auch das Design des jeweiligen virtuellen Kraftwerkes gestaltet werden. Auch das Portfolio an Anlagen zur Erzeugung von Energie innerhalb des virtuellen Kraftwerkes beeinflussen sowohl die Risiko- als auch die Anforderungsprofile und somit die Ausgestaltung des virtuellen Kraftwerkes als solches.[1]

Das Anforderungsprofil setzt sich dabei aus dem Investitionsvolumen, dem Know-how, den Organisations- sowie den Kontrollfunktionen zusammen und repräsentiert entsprechend die Komplexität des jeweiligen Kraftwerkes. Eine Verknüpfung von unterschiedlichen Anlagetypen und beispielsweise die Bereitstellung von Regelenergie bei zeitgleicher Vermarktung von Strom an der Strombörse führt zu einem komplexen Anforderungsprofil.

Hingegen wird das Risikoprofil im Kontext von virtuellen Kraftwerken durch das Preis-, Anpassungs- und Mengenrisiko beeinflusst. Das Risikoprofil kann dabei aus den Daten, die sich aus dem Anforderungsprofil ergeben, abgeleitet werden. Entsprechend ist eine Steuerung der Risiken, die sich aus den zuvor festgelegten Anforderungen ergeben, möglich.[2]

Durch die Ausnutzung von Synergieeffekten aus der Kombination unterschiedlicher Anlagen zur Erzeugung von elektrischer Energie kann das Risiko gesenkt werden. Dabei sollte eine effektive und effiziente Steuerung durch die sogenannten Smart Grids erfolgen. Werden die damit verbundenen Ziele erreicht, können auch hinsichtlich der Investitionen hohe Amortisationsraten erreicht werden.[3]

Durch die Erstellung eines Dimensionsprofils können die ausschlaggebenden Entscheidungsgrößen für die spätere Umsetzung des Projektes dargestellt werden. Somit können die Auswirkungen unterschiedlicher Projekte überprüft werden. Hierbei sind die Fragestellungen zu klären, welchen Zweck das virtuelle Kraftwerk erfüllen soll und welche Ressourcen hierzu benötigt werden. Somit kann eine ganzheitliche Betrachtung von virtuellen Kraftwerken erfolgen.[4] Dies kann anhand der nachfolgenden Beispiele verdeutlicht werden:

Dimensionen Virtuelles Kraftwerk 1 Virtuelles Kraftwerk 2
„Möglichkeiten und Ziele des betrieblichen Einsatzes CO2-Reduktion mittels Einsparung fossiler Primär Energieträger Einsparung fossiler Primär Energieträger, CO2-Reduktion, Bereitstellung von Regelenergie und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung
Vermarktungs- und Vergütungsansätze Vermarktung auf Grundlage der gesetzlichen Mindestvergütung und der Abnahmepflicht gemäß EEG Vermarktung auf Grundlage der gesetzlichen Mindestvergütung und der Abnahmepflicht gemäß EEG und KWKG, Handel am Spotmarkt der EEX, Vermarktung von Regelenergie
Zielmodell und Strategie der zu verwendenden Erzeugungs- und Speichertechnologien Offshore-Windpark mit einer Gesamtleistung von 30 MW (6 Anlagen á 6 MW) und zwei Onshore-Windparks mit jeweils 15 MW Gesamtleistung (15 Anlagen á 1 MW) zwei Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von 75 MW (13 Anlagen á 5 MW), 500 Mini-BHKWs mit einer Gesamtleistung von 25 MW, Gasturbine mit 200 MW Leistung
Strategie und Umsetzung der Informations- und Steuerungstechnologien dezentrale Steuerung: lokale Steuerung bei weitgehend homogener Anlagenstruktur in räumlicher Nähe, wenig Einflussmöglichkeiten bei begrenztem Aufwand Kontrollcenteransatz: zentrale Steuerung bei heterogener Anlagenstruktur mit starker räumlicher Steuerung, Bereitstellung von Daten für kommerzielle Verarbeitung
Betreiber- und Eigentumsmodelle das wirtschaftliche Eigentum sowie der Betrieb des Anlagenverbunds liegen bei einem einzigen Unternehmen Kontrolle und Steuerung des VK sowie das wirtschaftliche Eigentum der Windparks unter Gasturbine liegen bei einem einzigen Unternehmen, das wirtschaftliche Eigentum der Mini-BHKWs liegt bei mehreren Industrieunternehmen“

Tabelle 2: Dimensionenbetrachtung von zwei virtuellen Kraftwerken[5]

Aus diesen unterschiedlichen Dimensionen ergeben sich somit auch unterschiedliche Anforderungen und Risiken. Entsprechend ist es zunächst notwendig, dass der Betreiber den Zweck des virtuellen Kraftwerks, in einem nachfolgenden Schritt die Anforderungen festlegt und im Anschluss das Risiko Profil hieraus ableitet.

Das Anforderungsprofil beeinflusst entsprechend auch das Investitionsvolumen, das benötigte Know-how sowie die Organisations- und Kontrollfunktionen. Insgesamt kann abgeleitet werden, dass die Anforderungen mit zunehmender Komplexität, Leistung und Heterogenität eines virtuellen Kraftwerkes ansteigen. Im Weiteren kann abgeleitet werden, dass je geringer die Möglichkeiten der Anpassung bzw. Reaktion auf die volatile Stromnachfrage ist, desto größer fällt auch das Anpassungsrisiko aus. Das Mengenrisiko ergibt sich hingegen aus dem Portfolio und dem Anteil der Anlagen, die mithilfe regenerativer Energiequellen elektrische Energie produzieren.

[1] Vgl. Nagel, J. (2017) Energie- und Ressourceninnovation: Wegweiser zur Gestaltung der Energiewende, o. S.

[2] Vgl. Nagel, J. (2017) Energie- und Ressourceninnovation: Wegweiser zur Gestaltung der Energiewende, o. S.

[3] Vgl. Doleski, O. D. (Hrsg.) (2017) Herausforderung Utility 4.0: Wie sich die Energiewirtschaft im Zeitalter der Digitalisierung verändert, S. 37ff

[4] Vgl. Pricewaterhouse Coopers (Hrsg.) (2012) virtuelle Kraftwerke als wirkungsvolles Instrument für die Energiewende, S. 13

[5] Pricewaterhouse Coopers (Hrsg.) (2012) virtuelle Kraftwerke als wirkungsvolles Instrument für die Energiewende, S. 14.

VonThomas Eulenpesch

Einsatz von sogenannten Smart Grids

Damit dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung effektiv und effizient auf dem deutschen Strommarkt genutzt werden können, ist eine Kommunikation zwischen den einzelnen Anlagen und einer übergeordneten Steuerungszentrale notwendig. Dies gilt insbesondere unter Berücksichtigung der hohen Volatilität bei der Energieerzeugung durch erneuerbare Energien.

Diese Kommunikation führt entsprechend auch zu einem stetig zunehmenden Volumen an Daten und Informationen, die zwischen Erzeuger, Energieversorger, Verbraucher und weiteren Akteuren an den Märkten ausgetauscht werden müssen. Dieser Austausch kann über einen sogenannten Smart Grid erfolgen. Hierbei handelt es sich um ein intelligentes Netzwerk, dass die Akteure miteinander verbindet und die benötigten Informationen mittels Informations- und Kommunikationstechnologie sammelt. Als Beispiel hierfür können die Sammlung von Daten hinsichtlich des Einspeiseverhaltens, aber auch die Sammlung von Daten von bestimmten Verbrauchern genannt werden.

Auf der nachfolgend dargestellten Abbildung sind sowohl dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung wie Windkraft- und Solaranlagen sowie Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, aber auch intelligente Gebäude erkennbar. Diese sind mittels Datenschnittstellen an ein zentrales Rechenzentrum angebunden.[2]

Über das zentrale Rechenzentrum ist auch eine Anwendung an die Strombörse möglich. Im Weiteren wird durch die Sammlung der Daten an zentraler Stelle auch die Möglichkeit geschaffen, Prognose für die nächsten Tage abzuleiten und den aktuellen Stand mit dem Plan abzugleichen. Die Prognosen dienen entsprechend dazu. die Fahrpläne für die nächsten Tage zu gestalten, sodass koordiniert werden kann, zu welchem Zeitpunkt auf welche Art und Weise am günstigsten Energie in das Netz eingespeist werden kann. Durch die Nutzung von Echtzeitinformationen können beispielsweise Ausfälle von Kraftwerken unmittelbar registriert und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Es ermöglicht somit eine effektive und effiziente Integration einer Vielzahl von kleinen und großen Anlagen.[3]

Smart Grinds sind somit im Kontext von virtuellen Kraftwerken von grundlegender Bedeutung. Denn diese übernehmen die Aufgaben der Vernetzung und Kommunikation zwischen einer zentralen Koordinierungsstelle und den dezentralen Anlagen zur Energieerzeugung. Nur so ist es möglich, die Stärken des virtuellen Kraftwerkes vollständig auszuschöpfen.

 

[2] Vgl. ABB Asea Brown Boveri (2010) Smart Grid – Das Netz wird intelligent.

[3] Vgl. Felden, C., Hofmann, J. (Hrsg.) (2013) IT für Smart Grids, S. 50.

VonThomas Eulenpesch

Urteil: Einsichtsrecht des Mieters in Originalbelege bei Nebenkostenabrechnung

Bei der Nebenkostenabrechnung erstreckt sich das Einsichtsrecht des Mieters im Rahmen der Belegeinsicht grundsätzlich auf die Originalunterlagen. Ein Anspruch auf Einsicht in die Originalunterlagen besteht auch dann, wenn der Mieter aufgrund der großen Entfernung zum Sitz des Vermieters die Vorlage der Unterlagen am Mietobjekt verlangen kann.

Aus dem Urteil des LG Kempten

Das Landgericht Kempten hat in seinem Urteil (Az. 53 S 740/16) festgestellt, dass sich im Rahmen der Belegeinsicht (§ 259 BGB) das Einsichtsrecht des Mieters grundsätzlich auf die Originalunterlagen erstreckt. Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung der Kammer als auch der herrschenden Meinung.

Kann der Mieter aufgrund der großen Entfernung zwischen dem Sitz des Vermieters und dem Ort der Mietsache die Belegeinsicht bei sich in der Mietwohnung verlangen, muss er sich auch in diesem Fall grundsätzlich nicht auf die Vorlage von Kopien verweisen lassen (MüKo BGB § 556 Rdnr. 88; Beck OK 2014 § 556 Rdnr. 69 d; Palandt BGB § 535 Rdnr. 97; LG Freiburg – 3 S 348/10, 1096; LG Frankfurt NZN 2000, 27; LG Hamburg WuM 2000, 197).

Der Mieter kann gegenüber der Nachforderung des Vermieters ein Zurückbehaltungsrecht gemäß § 273 Abs. 1 BGB geltend machen, solange der Vermieter ihm die Überprüfung nicht in der gebotenen Weise ermöglicht (BGH vom 08.03.2006, VIII ZR 78/05). Welche Rechtsfolgen die Ausübung des Zurückbehaltungsrechts (§ 273 Abs. 1 BGB) im Falle der Verweigerung der ordnungsgemäßen Belegeinsicht nach sich zieht, ist umstritten.

Die Kammer folgt der Rechtsmeinung, wonach das Zahlungsverlangen des Vermieters unter dem Gesichtspunkt der unzulässigen Rechtsausübung als ein Verstoß gegen Treu und Glauben (§ 242 BGB) zu werten ist, mit der Folge, dass eine Zug- um Zug-Verurteilung, wie sie in § 274 BGB für die Ausübung des Zurückbehaltungsrechts vorgesehen ist, ausscheidet und die Fälligkeit des Nachzahlungsanspruchs verneint wird.

Quelle: http://www.rechtsindex.de/mietrecht/5813-urteil-einsichtsrecht-des-mieters-in-originalbelege-bei-nebenkostenabrechnung

VonThomas Eulenpesch

Bedeutung des zentrumsnahen Wohnens

In den vergangenen Jahren, insbesondere unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung, ist die Nachfrage nach zentrumsnahen Wohnungen und Häusern stetig angestiegen. Vor allem für ältere Personen, die gewisse Einschränkungen hinsichtlich ihrer Bewegungsfähigkeit haben, hat das zentrumsnahe Wohnen eine große Bedeutung.[1]

In diesem Kontext ist besonders die Nähe der eigenen Wohnung zu Versorgungseinrichtungen wie Lebensmittelgeschäften, aber auch von Ärzten und Apotheken von großer Bedeutung. Aber auch die Nähe zu kulturellen Einrichtungen hat insbesondere für diese Generation eine große Bedeutung.

Dennoch interessieren sich auch junge Familien für zentrumsnahe Wohnräume. Denn durch die dort vorhandene Infrastruktur sind beispielsweise kurze Wege zu Kindergärten und Schulen vorhanden. Dies steigert auch die Attraktivität des zentrumsnahen Wohnraums. Diese ist ebenfalls für Singles gegeben, da sich beispielsweise in den Stadtzentren eine Vielzahl von Lokalitäten befindet und somit ein abendliches Treffen mit anderen Menschen auf eine einfache Art und Weise ermöglicht wird.

In diesem Zusammenhang haben ehemalige Kasernen und andere militärisch genutzte Flächen eine hohe Bedeutung. Diese liegen im Vergleich zu den in den letzten Jahrzehnten erschlossenen Baugebieten oftmals sehr zentrumsnah. Somit handelt es sich hierbei um wertvolle Ressourcen, die in dieser Ausprägung häufig nicht mehr auf dem Grundstücksmarkt existieren. Dementsprechend stellt eine wohnwirtschaftliche Nutzung von ehemaligen Kasernen eine sinnvolle Alternative im Vergleich zu einem Leerstand beziehungsweise zu einer gewerblichen Nutzung dar.

 

[1] Vgl. Conrads, Ul, Neitzke, P. (Hrsg.) (2007) Stadtlichtungen: Irritationen, Perspektiven, Strategien, S. 74.

VonThomas Eulenpesch

Brandschutz: Vorsorge kann Mensch und Tier das Leben retten

Egal ob in Goch, Kleve, London oder in einem anderen Ort auf der Welt. Brände können täglich ausbrechen. “Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.”[1]

Somit sollte stets eine gewisse Vorsorge in Unternehmen und Haushalten getroffen werden. Insbesondere kann es bei vermeintlich kleinen Bränden schon zu Schäden für Mensch und Tier kommen. Hingegen sind Schäden an Gebäude und Mobiliar zwar ärgerlich, jedoch meist verkraftbar und können meist durch die Leistungen der Versicherung kompensiert werden.

Allein in Deutschland  sind im Zeitraum von 2010 bis 2015 jährlich rund 380 Menschen dem Feuer und Rauchgasen zum Opfer gefallen. Zwar ist die Anzahl der Brandtoten im Vergleich zu 1990 (787 Tote)[2] deutlich gesunken, jedoch ist jede Person, die bei einem Brand verstirbt eine Person zu viel. Hier kann die richtige Vorsorge einen Vorteil für Bewohner und Mitarbeiter bieten und derart tragische Ereignisse verhindern. Ein optimaler Brandschutz sorgt sogar dafür, dass ein Brand möglichst gar nicht ausbricht oder sich zumindest nur sehr langsam ausbreitet.

Brandschutz im Gebäude

Brandschutz fängt bereits vor der Errichtung eines Gebäudes an. Freilich sind die Anforderungen bei Einfamilienhäusern deutlich geringer ausgelegt als beispielsweise bei Mehrfamilienhäusern oder Industriegebäuden, jedoch sollten unabhängig vom Gebäudetyp geeignete Maßnahmen umgesetzt werden. Seitens der Genehmigungsbehörden findet zwar eine Überprüfung der Planung derartiger Maßnahmen statt, hierbei muss allerdings hervorgehoben werden, dass die vom Gesetzgeber festgelegten Maßnahmen stets nur den Mindeststandard darstellen. Insbesondere im eigenen Interesse sollten hier umfangreichere Maßnahmen umgesetzt werden.

Im Sinne des vorbeugenden Brandschutzes sollten daher auch nur Materialien eingesetzt werden, die nicht brennbar oder zumindest schwer entflammbar sind. Beispielsweise kann bei Dämmmaterialien statt auf Styropor oder ähnliches Material auf Steinwolle oder Glaswolle zurückgegriffen werden. Auch Materialien wie Gipskartonplatten bieten aufgrund ihrer stofflichen Zusammensetzung gute Eigenschaften im Sinne des vorbeugenden Brandschutzes.

In größeren Wohngebäuden und gewerblich genutzten Gebäuden sowie beispielsweise beim Übergang von der Garage in das Wohnhaus sind Rauchschutztüren und Feuerschutztüren ein sinnvolles Hilfsmittel um den Brand auf einzelne Bereiche zu beschränken und das Flüchten zu ermöglichen. Insbesondere bei Durchführung von beispielsweise Strom-, und Wasserleitungen sowie Heizungsrohren in sogenannten Brandwänden ist auf eine geeignete Abschottung zu achten, sodass auch diese Durchbrüche feuersicher gemacht werden.

Vorbeugender Brandschutz

Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes sind daher von größerer Bedeutung in Gebäuden aller Art. Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass Mensch und Tier unbeschadet aus dem Haus flüchten oder durch Feuerwehrleute gerettet werden können. Daher sollten in Ihrem Gebäude hochwertige Rauchmelder in ausreichender Anzahl eingebaut werden. Diese sollten am höchsten Punkt im Raum installiert werden, sodass dieser sofort Alarm auslöst, wenn sich Rauch bildet. Rauchmelder sollten jedoch nicht in allen Räumen angebracht werden. Beispielsweise kann es durch den Wasserdampf in Bad und Küche zu Fehlalarmen kommen. Bei der Nutzung von Heizungsanlagen und Kaminöfen innerhalb der Wohnräume ist auch die Anschaffung von CO-Meldern zu empfehlen.

Um sogenannte Entstehungsbrände zu bekämpfen kann auch die Anschaffung eines Feuerlöschers empfohlen werden. Hierbei muss auf die Einsatzmöglichkeiten des jeweiligen Feuerlöschers geachtet werden. Pulverlöscher sind zwar günstig in der Anschaffung, jedoch führen diese zu größeren Verschmutzungen, die sich mitunter auch über mehrere Stockwerke erstrecken können und sind daher eher weniger zu empfehlen. Stattdessen sollte in Wohngebäuden ein sogenannter ABF-Feuerlöscher angeschafft werden. Bei gewerblich genutzten Gebäuden muss hierbei der Einsatzzweck ebenfalls genaustens beachtet werden, beispielsweise dürfen Metallbrände nur mit speziellen Feuerlöschern bekämpft werden. Bei der Nutzung von Feuerlöschern gilt es diese in regelmäßigen Abständen zu warten und nach der Nutzung oder bei einem Defekt umgehend instand setzen zu lassen.

Im Zusammenhang mit sogenannten Entstehungsbränden muss hervorgehoben werden, dass es stets sinnvoll ist, die Feuerwehr zu alarmieren. Auch, wenn der Brand augenscheinlich gelöscht ist können beispielsweise noch Schwelbrände vorliegen und zu einem Wiederaufflammen des Brandes führen.

[1] Oberverwaltungsgericht Münster (1987) Urteil 10 A 363/86 vom 01.12.1987

[2] Vgl. Statista (2018) Anzahl der Brandtoten in Deutschland von 1990 bis 2015

VonThomas Eulenpesch

Service: Heizen mit regenerativer Energie

Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen Schadstoffe, die die Umwelt enorm belasten. Umweltfreundliche Alternativen bieten Sonnenenergie, Wind oder Umweltwärme Hier sind die Ressourcen praktisch unerschöpflich.
Die Umstellung auf regenerative Energie ist zwar oft noch teurer als die klassische Gas- oder Ölheizung, wird aber zum Beispiel vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BafA) mit Investitionszuschüssen unterstützt
(www.bafa.de). Auch Bausparverträge können für solche Maßnahmen eingesetzt werden.
Heizen mit Umweltwärme

Umweltwärme befindet sich im Boden, im Grundwasser oder in der Luft. Wärmepumpen nutzen dieses natürliche Wärmepotenzial und machen damit Eigenheimbesitzer nahezu unabhängig von fossilen Energieträgern. Mit
Wärmepumpen ist es möglich, Wärme entgegen dem Temperaturgefälle zu verschieben, also vom Kalten ins Warme. Die Funktionsweise ist dabei fast identisch mit der eines Kühlschranks. Während der Kühlschrank allerdings
Wärme entzieht und nach außen abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Außenbereich die Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab. Nachteil: Die Wärmepumpe verbraucht Strom.
Heizen mit Biomasse

Biomasse ist alles, was aus Pflanzen sowie Tieren und deren Ausscheidungen besteht. Bei der Nutzung von Biomasse wird nicht mehr Kohlendioxid freigesetzt, als zuvor von den Pflanzen aufgenommen wurde. Damit trägt Biomasse erheblich zum Klimaschutz bei. Sie ist äußerst vielseitig und kann sowohl für die Erzeugung von Wärme und Strom eingesetzt werden als auch für Kraftstoffe. Nachteil: Der Anbau von Energiepflanzen kann mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren. Für umweltbewusste Immobilienbesitzer sind Pelletheizungen eine interessante Alternative zu herkömmlichen Energieträgern. Pellets werden aus naturbelassenen Holzspänen hergestellt, also einem nachwachsenden Rohstoff. In Sägewerken fallen sie in großen Mengen als Abfälle an, die auf diese Weise wirtschaftlich genutzt werden können.
Heizen mit Sonnenenergie

Solarthermie-Anlagen gewinnen Wärme aus der Energie der Sonneneinstrahlung. Solarenergie ist praktisch in unbegrenztem Maße verfügbar, klimaneutral und kostenlos. Mit ihrer Hilfe lässt sich zwar nicht ein ganzes Haus wärmen, jedoch Heizung und Warmwasserbereitung wirkungsvoll unterstützen. Die Anlagen sind häufig mit den bestehenden Heizsystemen kombinierbar.

Gut zu wissen: Energiesparen im Haushalt

Durch einfache Veränderungen des Verhaltens kann jeder im Haushalt seinen Energieverbrauch reduzieren. Das kostet keinen Cent, spart
aber viele Euro. Hier ein paar Anregungen:

Waschmaschine voll beladen, denn halb befüllt verbraucht sie genauso viel Energie.
Es geht auch ohne Trockner: Wäsche an der Leine trocknen lassen.
Beim Backofen die Umluftfunktion nutzen. Die Zubereitungszeit verkürzt sich und die Temperatur kann bis zu 40 Grad niedriger eingestellt werden.
Geschirrspüler wenn möglich direkt an die Warmwasserversorgung anschließen. Das spart Strom, denn das Wasser muss nicht mehr vom Gerät selbst aufgeheizt werden.
Wohnung im Winter drei bis viermal am Tag stoßlüften. Dabei wird die Luft innerhalb weniger Minuten komplett ausgetauscht. Bei gekipptem Fenster kühlen die benachbarten Wände aus und die
sind mit Decken und Fußböden die größten Wärmespeicher.

VonThomas Eulenpesch

Virtuelle Kraftwerke

Für die Bildung von sogenannten virtuellen Kraftwerken sind mehrere räumlich verteilte und ortsabhängige Erzeugungsanlagen notwendig. Diese werden anschließend an eine gemeinsame Steuerungseinheit, die von einer zentralen Stelle überwacht wird, angebunden. Diese sogenannten virtuellen Kraftwerke können einen einerseits eine verbrauchernahe Versorgung mit Energie gewährleisten, aber auch weitere energiewirtschaftliche Aufgaben übernehmen.[1]

Die technische Anbindung und Steuerung erfolgt über Informations- und Kommunikationsschnittstellen. In einer zentralen Leitwarte werden das Energiemanagement und die Planungs- sowie Kontrollprozesse durchgeführt. Dadurch soll eine möglichst optimale und kosteneffiziente Führung des virtuellen Kraftwerkes ermöglicht werden. Einerseits unterscheidet sich ein virtuelles Kraftwerk von konventionellen Kraftwerken dadurch, dass dort eine Vielzahl von kleinen Anlagen zusammengeschlossen ist, andererseits kann bei einer ausreichenden Anzahl von integrierten Anlagen auch die Erzeugungsleistung von großen Kraftwerken erreicht werden.[2]

Bei der Nutzung von virtuellen Kraftwerken ist die Form der im Rahmen der Energieerzeugung einschließenden Energie der einzelnen Anlagen unerheblich. Um besser auf sich ergebende Einspeisungsprofile reagieren zu können und beispielsweise Reserveleistungen zu vermeiden, können größere Verbraucher zur Laststeuerung mit integriert werden. Als Beispiel hierfür können größere Kühlanlagen genannt werden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn sich in dem virtuellen Kraftwerk stochastisch einspeisende Energiesysteme wie beispielsweise Windkraftanlagen befinden.[3]

Ziel des Einsatzes von virtuellen Kraftwerken ist es, Synergie-Effekte auszunutzen und somit die größtmöglichen Vorteile aus der Nutzung unterschiedlicher Energieanlagen wie Windkraftanlagen, Biomasse-, Wasser- oder Solarkraftwerken und anderen Energieerzeugungsanlagen zu generieren. Somit erfolgt auch in einem gewissen Umfang der Ausgleich von Vor- und Nachteilen der einzelnen Formen der Energieerzeugung. Beispielsweise kann tagsüber bei Windstille auf Solarenergie zurückgegriffen werden, währenddessen beispielsweise in der Nacht die Energie aus Wasserkraft genutzt werden kann.[4]

Die Effektivität und Effizienz eines sogenannten virtuellen Kraftwerkes wird insbesondere von dem Energiemanagementsystem beeinflusst. Nur, wenn ein optimaler Ausgleich zwischen dem Energiebedarf und der Energiebereitstellung erreicht wird, wird einerseits die Ausfallsicherheit gewährleistet und andererseits werden die ökologischen und ökonomischen Ziele erreicht.[5] Zur Optimierung des Energieeinsatzes muss eine Prognose von Last und Erzeugung, aber auch eine Planung des Einsatzes von Energie sowie die Steuerung der Erzeuger und auch eine begleitende Überwachung der Energieerzeugungsanlagen erfolgen. Insbesondere bei dem Einsatz von erneuerbaren Energien wie Windkraft und Solarenergie müssen die notwendigen Daten wie Wettervorhersage, Windstärke sowie Einstrahlungsvorhersagen mit in die Planung einbezogen werden. Somit ist die Prognose für eine spätere Planung von grundlegender Bedeutung.

Die Prognose erfolgt üblicherweise über ein softwaregestütztes System. In dieses System fließen die Wetterdaten sowie die benötigte thermische und elektrische Last ein. Somit soll eine Prognose für die nächsten 24 Stunden, mitunter auch für die nächsten sieben Tage erstellt werden. Hierbei muss auf eine bestmögliche Qualität der genutzten Datensätze geachtet werden, um eine bestmögliche Prognose abzuleiten und das virtuelle Kraftwerk möglichst wirtschaftlich zu betreiben. Durch die zunehmende Weiterentwicklung der Technologien wird inzwischen auch eine mehrtägige Prognose ermöglicht.[6]

Bei der Prognose werden historische Klimadaten, aber auch Daten der Kunden mit einbezogen. Dabei wird der sogenannte Kalman-Filter genutzt. Dieser Filter dient dazu, die nicht messbaren Zustandsgrößen zu schätzen. Der Filter basiert dabei auf einem mathematischen Modell, das zur Beschreibung von dynamischen Eigenschaften dient und zusätzlich zu den vorhandenen Messgrößen eine Korrektur der vorhergesagten Zustandsgrößen ermöglicht.[7]

Neben der Planung für die nächsten 24 Stunden beziehungsweise sieben Tage ist auch eine Planung im Viertelstundentakt möglich. Dadurch wird es ermöglicht, die dezentralen Anlagen so zu steuern, dass eine möglichst hohe Effektivität und Effizienz erreicht werden und somit eine bestmögliche Wirtschaftlichkeit. Die Optimierung erfolgt dabei über eine zentrale Steuerung der einzelnen Anlagen. Hierfür ist es notwendig, dass die Anlagen über die notwendigen technischen Schnittstellen zur Datenübertragung verfügen. Durch eine kontinuierliche Rückmeldung kann ein Vergleich zwischen der geplanten und der tatsächlichen Energieerzeugung der einzelnen Anlagen hergestellt und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen eingeleitet werden, um die benötigte Energie bereitzustellen.[8]

Wie bereits zuvor erwähnt, ist ein wichtiger Parameter in Bezug auf die Funktionsweise von virtuellen Kraftwerken die Nutzung eines Energiemix, der einerseits aus regenerativen Energien und andererseits aus der Bereitstellung von Energien aus Kraft-Wärme-Kopplung besteht.[9] Die dabei integrierten Photovoltaikanlagen wandeln das Sonnenlicht auf Basis des Fotoeffekts in elektrische Energie um. Üblicherweise produziert eine Solaranlage zunächst Gleichstrom, der vor dem Einspeisen in das Stromnetz mittels Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt werden muss.[10]

Ein weiterer Bestandteil von virtuellen Kraftwerken können Wasserkraftwerke sein. Einerseits existieren hierbei Speicherkraftwerke, die auch dazu genutzt werden können, überschüssigen Strom für eine spätere Phase mit einem Defizit zu speichern. Andererseits existieren auch sogenannte Laufwasserkraftwerke, die abgesehen von Niedrigwasserperioden, konstante elektrische Leistung erbringen können.[11]

Bei den Windkraftanlagen innerhalb eines virtuellen Kraftwerkes wird die Windenergie zum Antrieb von Rotorblättern, die ihrerseits mit einem Generator verbunden sind, genutzt. Die Menge des durch Windkraftwerke produzierten Stroms muss jedoch als sehr Volatilität angesehen werden, da die Leistung auch durch die jeweilige Windgeschwindigkeit und auch durch lauten beeinflusst werden kann. Auch zu hohe Geschwindigkeiten können dazu führen, dass um etwaige Beschädigungen an der Anlage zu vermeiden, diese zum Stillstand gebracht werden muss.[12]

Bei Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung können unterschiedliche Energieträger genutzt werden. Als Beispiel hierfür kann die Nutzung von Biomasse und Biogas genannt werden. In diesen Anlagen wird neben elektrischem Strom auch Wärmeenergie erzeugt, die beispielsweise zur Beheizung von Wohngebäuden genutzt werden kann. Somit weisen diese Anlagen auch einen Gesamtwirkungsgrad von mehr als 80 % auf. Bei diesen Anlagen kann zwischen einem stromgeführten und einem wärmegeführten Betrieb unterschieden werden. Bei einem stromgeführten Betrieb ist die benötigte elektrische Energie maßgeblich für den Betrieb der Anlage, während dessen beim wärmegeführten Betrieb primär die Wärmeversorgung im Fokus steht und die Produktion von elektrischer Energie nur ein zusätzlicher Nutzen ist.[13]

[1] Vgl. Schellong, W. (2016) Analyse und Optimierung von Energieverbundsystem, S. 134.

[2] Vgl. Parodi, O., Banse, G., Schaffer, A. (Hrsg.) (2010) Wechselspiel: Kultur und Nachhaltigkeit: Annäherungen an ein Spannungsfeld, S. 184.

[3] Vgl. Vuille, F., Favrat, D., Erkman, S. (2015) Herausforderungen der Schweizer Energiewende verstehen, um zu wählen: 100 Fragen und Antworten, S. 162.

[4] Vgl. Fuchs, G. (Hrsg.) (2017) Lokale Impulse für Energieinnovationen: Bürgerwind, Contracting, KWK, Smart Grid, S. 187.

[5] Vgl. Synwoldt, C. (2016) Dezentrale Energieversorgung mit regenerativen Energien: Technik, Märkte, kommunale Perspektiven, S. 386.

[6] Vgl. Fuchs, G. (Hrsg.) (2017) Lokale Impulse für Energieinnovationen: Bürgerwind, Contracting, KWK, Smart Grid, S. 187.

[7] Vgl. Kaltschmitt, M., Hartmann, H., Hofbauer, H. (Hrsg.) (2016) Energie aus Biomasse: Grundlagen, Techniken und Verfahren, 3. Auflage, S. 933.

[8] Vgl. Niederhausen, H., Burkert, A. (2014) Elektrischer Strom: Entstehung, Übertragung, Verteilung, Speicherung und Nutzung elektrischer Energie im Kontext der Energiewende, S. 134.

[9] Vgl. Schaumann, G., Schmitz, K. W. (Hrsg.) (2010) Kraft-Wärme-Kopplung, 4. Auflage, S. 224.

[10] Vgl. Droste-Franke, B. et Al. (2009) Brennstoffzellen und Virtuelle Kraftwerke: Energie-, umwelt- und technologiepolitische Aspekte einer effizienten Hausenergieversorgung, S. 69.

[11] Vgl. Droste-Franke, B. et Al. (2009) Brennstoffzellen und Virtuelle Kraftwerke: Energie-, umwelt- und technologiepolitische Aspekte einer effizienten Hausenergieversorgung, S. XXXV.

[12] Vgl. Zahoransky, R. (Hrsg.) et Al. (2013) Energietechnik: Systeme zur Energieumwandlung. Kompaktwissen für Studium und Beruf, 6. Auflage, S. 337.

[13] Vgl. Droste-Franke, B. et Al. (2009) Brennstoffzellen und Virtuelle Kraftwerke: Energie-, umwelt- und technologiepolitische Aspekte einer effizienten Hausenergieversorgung, S. 62.

VonThomas Eulenpesch

Vorbeugender Brandschutz: Der Feuerlöscher

Aufgrund verschiedener Einsatzbereiche existieren Feuerlöscher in unterschiedlichen Ausführungen. Diese sind entsprechend auch unterschiedlich in der Handhabung. Auch, wenn beispielsweise bei kleineren Fettbränden in der Küche ein Feuerlöschspray eine sinnvolle Alternative darstellen kann, bietet es sich an einen größeren Feuerlöscher mit 6 kg Löschmittel anzuschaffen. Ein Feuerlöscher ist zwar schwerer bietet jedoch auch eine größere Sicherheit und ist ebenfalls leicht in der Handhabung. Zudem sind die grundlegenden Schritte zur Nutzung des Feuerlöschers immer auf dessen Außenseite aufgedruckt

Wenn Sie ein Feuerlöscher anschaffen möchten, sollten Sie sich stets im Fachhandel beraten lassen. Dort erhalten Sie für den individuellen Einsatzzweck einen geeigneten Feuerlöscher. Beispielsweise können Fettbrände nicht mit einem sogenannten ABC-Feuerlöscher, der gelegentlich von Discountern angeboten wird gelöscht werden. Auch, wenn derartige Feuerlöscher vermeintlich nicht immer die günstigste Methode sind und ein Feuerlöschspray bereits für rund 15-20 € zu erwerben ist, ist ein Feuerlöscher stets die beste Wahl.

Je eher ein Feuerlöscher eingesetzt wird, desto größer die Chance, dass ein Brand bereits im Entstehungsfall eingedämmt oder sogar gelöscht werden kann. Daher sollte auch darauf geachtet werden, dass der Feuerlöscher funktionsfähig ist und regelmäßig gewartet wird. Zudem sollte der einfache Zugang zum Feuerlöscher stets sichergestellt sein.

Bei der Anschaffung eines Feuerlöschers gilt es einiges zu beachten. Der Feuerlöscher sollte stets ein Prüfzeichen aufweisen und für die jeweilige Brandklasse ausgelegt sein. Preiswerte Pulverlöscher erfüllen meist auch Ihren Zweck, führen jedoch auch zu deutlich größeren Verschmutzungen, die sich mitunter auch über mehrere Stockwerke erstrecken können.

Im gewerblichen Bereich kann es auch sinnvoll sein, statt mehreren kleinen Feuerlöschern einen großen, fahrbaren Feuerlöscher einzusetzen. Daher muss auch bei der Auslegung des Feuerlöschers stets der Einsatzzweck beachtet werden. Zu diesem oder weiteren Aspekten des vorbeugenden Brandschutzes beraten wir Sie gerne in Goch, Kleve und Umgebung.

Symbol Brandklasse Beschreibung Beispiel
A Brände von festen Stoffen, die üblicherweise unter Glutbildung verbrennen. Papier, Holz, Kohle
B Brände flüssiger oder sich verflüssigender Stoffe Benzin, Wachs, Kunststoffe
C Brände von Gasen Erdgas, Propan, Methan, Butan
D Metallbrände Aluminium, Magnesium
F Brände von Ölen und Fetten in Fritteusen und Küchengeräten Sonnenblumenöl, Rapsöl
VonThomas Eulenpesch

Chancen und Möglichkeiten virtueller Kraftwerke

Bereits seit mehreren Jahren steht die Kraftwerkslandschaft in Deutschland vor einem gewissen Wandel. Einerseits wurde bereits der Ausstieg aus der Nutzung von Atomenergie beschlossen, andererseits soll auch der Anteil an Braunkohlekraftwerken und Steinkohlekraftwerken deutlich gesenkt werden. Zeitgleich wird die Nutzung von erneuerbaren Energien durch die Bundesregierung gesetzlich gefördert.[1]

Dieser Wandel in der Kraftwerkslandschaft führt in gewissem Umfang auch zu der Notwendigkeit, die Leistung der Atom- und Kohlekraftwerke anderweitig zu ersetzen. Hierfür sind signifikante Investitionen von mehreren Milliarden Euro auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland notwendig.

Bei dem zukünftigen Energiemix müssen neben finanziellen auch geplante klimapolitische Aspekte berücksichtigt werden. Einerseits soll erreicht werden, dass der Verbrauch in Haushalten, aber auch in Unternehmen stetig gesenkt wird, andererseits die Stromerzeugung auch emissionsärmer und wenn möglich sogar emissionsfrei erfolgt. Aktuell entfällt von den energiebedingten CO2-Emissionen ein Anteil von 306 Millionen Tonnen auf die Stromerzeugung. Diese Emissionen ergeben sich insbesondere aus der Verbrennung von Braun- und Steinkohle.[2]

Dennoch können alleine durch die Abschaltung der Kernkraftwerke die festgelegten Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Auch die Effizienzsteigerung in den Kohlekraftwerken in den vergangenen Jahren trägt hierzu auch nur in einem geringen Umfang bei. Entsprechend bietet es sich an, einen erhöhten Fokus auf die dezentrale Energieversorgung zu legen, beispielsweise unter Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die mit Abfällen aus Sägewerken oder Biogas betrieben werden können.[3]

Die Bedeutung von virtuellen Kraftwerken wird mit zunehmender Verbreitung von kleinen Anlagen zur Energieerzeugung wie beispielsweise Mini-BHKWs stetig zunehmen. Hierbei muss es den Beteiligten gelingen, ein großes Volumen beispielsweise von mehr als 500 MW zu erreichen, um in den Wettbewerb mit konventionellen Kraftwerken zu treten. Die Verminderung der Transportwege kann sich entsprechend auch positiv auf die Emissionen auswirken. Dennoch ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht absehbar, wann konventionelle Kraftwerke, die die Grund- und Mittellast bereitstellen, vollständig ersetzt werden können.[4]

Auch wenn heutzutage immer mehr Windkraftanlagen auf dem Land und in Zukunft auch zunehmend auf See errichtet werden, ergeben sich gewisse Problematiken. Denn diese sind abhängig von dem jeweiligen Windniveau und unterliegen somit einer hohen Volatilität hinsichtlich ihres Einspeiseverhaltens. Daher wird auch in Zukunft die Nachfrage nach regelbaren Anlagen zur Energieerzeugung steigen. Anlagen, die eine geringere Regelfähigkeit aufweisen, können mitunter auch zu Störungen im Übertragungsnetz führen. Daher müssen diese Anlagen auch im nicht optimalen Teillastbereich laufen, was auch zu erhöhten Verschleißerscheinungen an der Anlage führen kann.[5]

Aber auch die eingesetzte Technologie beeinflusst die CO2-Emissionen. Beispielsweise können in Abhängigkeit von dem jeweils genutzten Heizkessel bei kleinen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen Einsparungen von 22% bis 31 % bei den CO2-Emissionen im Vergleich zum normalen Heizkessel und in Bezug auf elektrische Energie aus dem öffentlichen Stromnetz erreicht werden.[6]

 

[1] Vgl. Hecker, W., Lau, C., Müller, A. (Hrsg.) (2015) Zukunftsorientierte Unternehmenssteuerung in der Energiewirtschaft, S. 221ff.

[2] Vgl. Umweltbundesamt (o. J.) Emissionsquellen.

[3] Vgl. Kahl, W., Schmidtchen, M. (2013) Kommunaler Klimaschutz durch Erneuerbare Energien, S. 54.

[4] Vgl. Arndt, U., Roon, von S., Wagner, U. (2006) Virtuelle Kraftwerke: Theorie oder Realität, S.54.

[5] Vgl. Kaltschmitt, M., Wiese, A., Streicher, W. (Hrsg.) (2003) Erneuerbare Energien: Systemtechnik, Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte, 3. Auflage, S. 307ff.

[6] Vgl. Roon, von S. (o. J.) Mikro-KWK und virtuelle Kraftwerke, S. 6.

VonThomas Eulenpesch

Energieverbrauch in Deutschland

Im Jahr 2015 wurden durch die deutschen Privathaushalte ungefähr 636 Terawattstunden Energie verbraucht. Dies entspricht ungefähr einem Viertel des gesamten Energieverbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland. Seit dem Jahre 1990 ist dieser Verbrauch jedoch bereits um rund 4 % gesunken. Die Höhe wird dabei auch von den klimatischen Bedingungen beeinflusst.[1]

Rund Zweidrittel des Energieverbrauchs entfällt dabei auf die Beheizung von Wohnräumen. Hierfür werden überwiegend Erdgas und Mineralöl verwendet. Im Weiteren werden auch erneuerbare Energien und Fernwärme sowie in geringen Teilen elektrische Energie und Kohle zur Beheizung der Wohnräume eingesetzt. Ein weiterer Energieverbrauch ergibt sich aus der Erwärmung von Wasser, aber auch aus der Kühlung von Wohnräumen. Auf die Beleuchtung der Wohnräume entfällt lediglich rund 1,7% des Endenergiebedarfes.

Obwohl der Endenergieverbrauch nur marginal gesunken ist, konnten die Kohlendioxidemissionen der privaten Feuerungsanlagen von 129 Millionen Tonnen im Jahre 1990 auf 85 Millionen Tonnen im Jahr 2015, was einer Reduktion von rund 34 % entspricht, deutlich zurückgefahren werden. Dies konnte insbesondere durch Modernisierung von Heizungsanlagen und dem damit gesunkenen Verbrauch an fossilen Energieträgern sowie dem zunehmenden Einsatz von erneuerbaren Energien in Form von Wärmepumpen oder einer Solarunterstützung der Heizungsanlagen mittels Wärmekollektoren erreicht werden.[2] Bei der Betrachtung einzelner Haushalte ergibt sich jedoch das Bild, dass aufgrund des Trends zu größeren Wohnflächen und einer geringeren Anzahl von Haushaltsmitgliedern, der durchschnittliche Energieverbrauch pro Haushalt ansteigt. Dieser Trend wird jedoch dadurch aufgehalten, dass eine zunehmende energetische Modernisierung von Gebäuden stattfindet und auch immer effizientere Technologien und Leuchtmittel eingesetzt werden.

 

[1] Vgl. Umweltbundesamt (2017) Energieverbrauch privater Haushalte.

[2] Vgl. Umweltbundesamt (2017) Energieverbrauch privater Haushalte.

VonThomas Eulenpesch

Grundlagen der Stadtentwicklung

Der Begriff der Stadtentwicklung umfasst dabei sowohl die räumliche als auch die historische und strukturelle Gesamtentwicklung einer Stadt. Im Weiteren bezieht sich dieser Begriff auf die Planung und Entwicklung einer Stadt und auch auf die Entwicklung eines bestimmten Quartiers.[1]

Somit handelt es sich bei der Stadtentwicklung nicht um eine zufällig verlaufende Entwicklung, sondern um eine aktive Planung und Veränderung des jeweiligen Stadtgebietes. Bei dieser Gesamtentwicklung werden auch gesellschaftliche, kulturelle, ökologische sowie wirtschaftliche Faktoren mit einbezogen. Es bedeutet, dass der Fokus nicht alleine auf die baulichen Aspekte gelegt wird. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine interdisziplinäre, zukunftsgerichtete und integrierte Herangehensweise, die durch den demographischen Wandel, die Globalisierung und weitere Faktoren beeinflusst wird.[2]

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland wurde insbesondere unter Berücksichtigung der Vielzahl von zerstörten Gebäuden ein Fokus auf die Urbanisierung gelegt. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung ergab sich für die Bevölkerung eine erhöhte Mobilität. Dadurch, dass die Bevölkerung zusätzlich auf eine deutlich bessere Infrastruktur in den 1960er Jahren zurückgreifen konnte, entwickelte sich insbesondere rund um Großstädte ein so genannter Speckgürtel. Zeitgleich wurde aber auch ein Fokus auf die Sanierung von Stadtteilen gelegt und beispielsweise kleinere Einfamilienhäuser durch Hochhäuser ersetzt.[3]

Seit den 1970er Jahren erfolgte auch eine weitere Verdichtung der sogenannten Speckgürtel, die durch eine zunehmende Verflechtung mit der Kernstadt begünstigt worden ist. Dies führte jedoch auch zu einer Zunahme der sogenannten Berufspendler. Aber auch die Anzahl der Einwohner, insbesondere von Städten, die sich in unmittelbarer Nähe von Großstädten befinden, stieg in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich an.[4]

Um eine Stadt besonders auch unter Berücksichtigung von demographischen Aspekten weiterzuentwickeln, ist es im Weiteren auch notwendig, zumindest in einem gewissen Umfang nachhaltige Aspekte in der Standortentwicklung zu berücksichtigen. Grundsätzlich muss bei der Stadtentwicklung darauf geachtet werden, dass geeignete Instrumente und Methoden wie beispielsweise die Nutzung von Trendanalysen, Bevölkerungsprognosen und ein Quartiersmanagement genutzt werden. Zeitgleich muss seitens der Stadtplaner ein Stadtentwicklungsplan aufgestellt werden, der in Verbindung mit dem Flächennutzungs- und dem Bebauungsplan sowie weiteren rechtlichen Vorgaben genutzt wird.[5]

 

[1] Vgl. Becker, E., Gualini, E., Runkel, C., Graf Strachwitz, R. (Hrsg.) (2010) Stadtentwicklung, Zivilgesellschaft und bürgerliches Engagement, S. 141ff.

[2] Vgl. Nutz, M. (1998) Stadtentwicklung in Umbruchsituationen, S. 99.

[3] Vgl. Weidner, S. (2005) Stadtentwicklung unter Schrumpfungsbedingungen: Leitfaden zur Erfassung dieses veränderten Entwicklungsmodus von Stadt und zum Umgang damit in der Stadtentwicklungsplanung, S. 42.

[4] Vgl. Harlander, T., Bodenschatz, H. (2001) Villa und Eigenheim: Suburbaner Städtebau in Deutschland, S. 497.

[5] Vgl. Krummacher, M., Kulbach, R., Waltz, V., Wohlfahrt, N. (2003) Soziale Stadt – Sozialraumentwicklung – Quartiersmanagement: Herausforderungen für Politik, Raumplanung und soziale Arbeit, S. 37ff.

VonThomas Eulenpesch

Dezentrale Energieversorgung

i der sogenannten dezentralen Energieversorgung erfolgt eine verbrauchernahe Produktion der benötigten Energie. Somit steht diese Form der Energieerzeugung im Gegensatz zur klassischen Form der Energieerzeugung in großen Kraftwerken.[1]

Für die dezentrale Erzeugung von Energie war in den vergangenen Jahren auch ein zunehmender technischer Fortschritt, insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik, aber auch im Bereich der dafür notwendigen Erzeugungsanlagen notwendig. Beispielsweise konnte erst durch eine Vernetzung von Anlagen eine effizientere Bereitstellung und Nutzung von Energie erreicht werden. Auch wird beispielsweise eine Steuerung von Windkraftanlagen erst mittels Netzwerk- und Mobilfunkinfrastrukturen ermöglicht.

Im Weiteren gewann die dezentrale Energieversorgung zunehmend an Bedeutung durch die zunehmende Liberalisierung der Energiemärkte sowie das verstärkte Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für umweltpolitische Aspekte und den schonenden Einsatz von Ressourcen.[2]

Somit kann die dezentrale Energieversorgung als Abkehr von der bestehenden Top-Down-Versorgungsstruktur mit zentralen Kraftwerken hin zu einer Stromerzeugung im sogenannten Downstream-Bereich der Wertschöpfungskette angesehen werden. Ein wichtiger Faktor für die dezentrale Energieversorgung ist, wie bereits zuvor erwähnt, die Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland gewesen. Bis zu den 1990ern war der deutsche Strommarkt durch eine zentrale Struktur geprägt, die von wenigen Energieversorgungsunternehmen dominiert wurde. Durch ihre Quasi Monopolstellung erfolgte auch nur in einem sehr geringen Umfang eine technische Weiterentwicklung.[3]

Erst durch die europäische Gesetzgebung und die damit verbundene Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts wurden die Grundsteine für eine Liberalisierung des Strommarktes gelegt. Ziel hierbei war es einerseits eine verbraucherfreundliche, aber auch eine umweltverträgliche und leistungsgebundene Versorgung der Öffentlichkeit mit Energie sicherzustellen. Dabei wurde der Fokus auf einen zunehmenden Einsatz von erneuerbaren Energien gelegt.[4]

Die Liberalisierung des deutschen bzw. des europäischen Strommarktes führte entsprechend auch zu einem zunehmenden Marktwettbewerb. In diesem Kontext muss jedoch auch hervorgehoben werden, dass die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Unternehmen von grundlegender Bedeutung ist. In den vergangenen Jahren hat der Anteil von dezentralen Energieanlagen stetig zugenommen. Hierbei handelt es sich insbesondere um Windenergie- und Photovoltaikanlagen sowie um Blockheiz- und Biogaskraftwerke. Aber auch kleinere Wasserkraftwerke und die Nutzung von Brennstoffzellentechnologien erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit.[5]

Durch die zunehmende Anzahl von dezentralen Energieanlagen, die mitunter auch von lokalen Stadtwerken betrieben werden, soll die Versorgungssicherheit entsprechend gewährleistet werden. Meist handelt es sich dabei um das Angebot von nachhaltiger und regenerativer Energie, dessen Preise zumindest in den vergangenen Jahren noch oberhalb der Preise für konventionelle Energie lagen. Aufgrund der beschränkten Energiedichte sind diese Kraftwerke entsprechend auch dezentral angesiedelt. Andererseits wird sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik ein zunehmender Fokus auf den Einsatz von regenerativen Energieträgern gelegt. Ziel ist es in Zukunft auf Energieträger wie Kohle, Kernkraft und andere fossile Brennstoffe bei der Energieerzeugung zu verzichten.[6]

Die zunehmende Liberalisierung des deutschen Strommarktes zeigt somit, dass in Zukunft die Stromerzeugung durch eine zunehmende Anzahl von dezentralen Energieanlagen in unterschiedlicher Art und Weise erfolgen soll. Damit nimmt auch der Bedarf an Großkraftwerken an zentralen Standorten stetig ab. Damit jedoch die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet werden kann, müssen individuelle Lösungen unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten vor Ort erarbeitet werden. Insgesamt kann die Sicherung der Versorgungssicherheit in den kommenden Jahren des zunehmenden Einsatzes von erneuerbaren Energien, die wie beispielsweise Windkraftanlagen nur beschränkt steuerbar sind, als Herausforderung für den Strommarkt angesehen werden.[7]

Durch die Liberalisierung des Strommarktes wurde jedoch nur der Einsatz erneuerbarer Energien wie Windkraft- und Solaranlagen gefördert. Eine Förderung von Blockheizkraftwerken, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, fand hingegen nicht statt. Vielmehr wurde der Betrieb derartiger Anlagen durch die Liberalisierung und der damit im Zusammenhang stehenden Einspeisevorrang erschwert. Gemäß der erneuerbare-Energie-Gesetze haben erneuerbare Energien stets einen Vorrang bei der Netzeinspeisung.[8] Somit werden durch dieses Gesetz auch dezentrale Kraftwerke, die fossile Energieträger nutzen, benachteiligt.

Jedoch wird dieser Einspeisevorrang zunehmend durch die europäische Kommission kritisiert. In diesem Zusammenhang deuten Pläne der europäischen Kommission darauf hin, dass dieser Einspeisevorrang abgeschafft wird, sobald der Ökostrom einen Anteil von 15 %, gemessen an dem gesamten in Europa erzeugten Volumen elektrischer Energie, erreicht wird.[9] Durch diese geplanten Vorgaben der europäischen Kommission soll entsprechend ein besserer Wettbewerb für alle Energieerzeuger erreicht werden. Dennoch muss dies auch kritisch betrachtet werden, denn bereits jetzt ist zu erkennen, dass Investitionen in erneuerbare Energien auf dem europäischen Markt zurückgefahren werden, was sich entsprechend  nachteilig im Kontext des zunehmenden Klimawandels und der Umsetzung von geeigneten Maßnahmen in diesem Zusammenhang auswirkt.[10]

 

[1] Vgl. Brauner, G. (2016) Energiesysteme: regenerativ und dezentral: Strategien für die Energiewende, S. 158ff.

[2] Vgl. Brauner, G. (2016) Energiesysteme: regenerativ und dezentral: Strategien für die Energiewende, S. 151ff.

[3] Vgl. Nestle, D. (2007) Energiemanagement in der Niederspannungsversorgung mittels dezentraler Entscheidung: Konzept, Algorithmen, Kommunikation und Simulation, S. 13.

[4] Vgl. Synwoldt, C. (2016) Dezentrale Energieversorgung mit regenerativen Energien: Technik, Märkte, kommunale Perspektiven, S. 389.

[5] Vgl. Eiselt, J. (2012) Dezentrale Energiewende: Chancen und Herausforderungen, S. 112.

[6] Vgl. Synwoldt, C. (2016) Dezentrale Energieversorgung mit regenerativen Energien: Technik, Märkte, kommunale Perspektiven, S. 82ff.

[7] Vgl. Karl, J. (2006) Dezentrale Energiesysteme: Neue Technologien im liberalisierten Energiemarkt, 2. Auflage, S. 269.

[8] Vgl. Die Bundesregierung (2013) Energiewende: Energie-Lexikon: Einspeisevorrang.

[9] Vgl. Bundesverband erneuerbare Energien e.V. (2016) Einspeisevorrang für saubere Energien erhalten.

[10] Vgl. IG Windkraft (2017) Änderung der Erneuerbaren-Richtlinie: Stellungnahme der IG Windkraft, S.  2ff.

VonThomas Eulenpesch

Passivhaus, Nullenergiehaus oder Plusenergiehaus – was steckt dahinter?

Unter den „Energiesparern“ sind Passivhäuser derzeit die am weitesten verbreitete Bauform. Die Häuser der Zukunft sind aber Nullenergie­ oder Plusenergiehäuser.
So unterscheiden sich die Gebäudestandards. 

Passivhaus

Das Passivhaus verbraucht fast drei Viertel weniger Heizwärme als ein durchschnittlicher Neubau, der den derzeitigen, gesetzlich vorgegebenen Energiestandards entspricht. Für diese enorme Energieeinsparung sorgen besonders energieeffiziente Bauelemente sowie eine spezielle Lüftungstechnik. So halten dreifach- und wärmeschutzverglaste Fenster sowie eine hochwirksame Dämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte die Wärme im Haus. Die Lüftungsanlage sorgt für gleichbleibend frische Luft. Zum Heizen nutzen Passivhäuser die im Inneren des Hauses vorhandenen Energiequellen – beispielsweise die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme.

Nullenergiehaus

Eine Weiterentwicklung des Passivhauses ist das Nullenergiehaus. Es verbraucht nur so viel Energie, wie es selbst auch produziert. Das bedeutet, dass keine
Fremdenergie für Warmwasser, Kühlung oder Heizung benötigt wird. Der Stromverbrauch für Licht, Geräte oder Maschinen wird dabei allerdings nicht berücksichtigt. Ein Nullenergiehaus nach aktuellem Standard funktioniert also nicht komplett autark: Während die Sonne im Sommer zur Energiegewinnung genutzt werden kann, fällt diese Möglichkeit im Winter weg. Nullenergiehäuser sind daher an das allgemeine Stromnetz gekoppelt. Das heißt, sie können überschüssige Energie in das Stromnetz einspeisen, im Winter dafür Energie aus dem Netz beziehen. Nullenergiehäuser gelten aber dennoch als energieneutral, weil sie auf das Jahr gerechnet genau die Energiemenge produzieren, die gebraucht wird.

Plusenergiehaus

Plusenergiehäuser gelten als die bislang am weitesten entwickelte Form eines energieeffizienten Gebäudes. Ein Plusenergiehaus produziert mehr Energie als
seine Bewohner verbrauchen und ist emissionsfrei. Erreicht wird dieser Standard unter anderem durch eine hocheffiziente Anlagentechnik und eine komplett
regenerative Energieversorgung. Zusätzlich erzeugt eine Photovoltaikanlage Solarstrom. Die überschüssige, nicht genutzte Energie kann beispielsweise in das
öffentliche Netz eingespeist oder zum Aufladen eines Elektroautos genutzt werden. Häuser, die einen Energieüberschuss produzieren und diesen auch speichern können, sind energieautark.

VonThomas Eulenpesch

Die Bauakte als zentrale Informationsquelle

Oftmals besteht die Problematik, dass bei älteren Immobilien Bauzeichnungen oder wichtige Informationen nicht mehr vorliegen. Mitunter kann der Zustand des Objektes durch im Laufe der Jahre durchgeführten Maßnahmen nicht mehr dem genehmigten Zustand entsprechen. Daher ist es wichtig nicht nur die Bausubstanz zu betrachten, sondern auch den rechtlichen Zustand. Beispielsweise ist bei einer Vielzahl von älteren Gebäuden der Boden nachträglich von einer Nutzfläche zu Wohnraum umgewidmet worden, ohne dass hierzu eine Baugenehmigung beantragt worden ist. Sofern eine illegale Umnutzung bekannt ist, muss entsprechend überprüft werden ob diese nachträglich genehmigt werden kann oder ein Rückbau vorgenommen werden muss. Dies kann sich dabei maßgeblich auch auf den Wert der jeweiligen Immobilie auswirken.

Die Bauakte wird mit Beginn des ersten Bauantrags bei der zuständigen Verwaltungsbehörde angelegt und dort nach Abschluss des Bauvorhabens archiviert. Somit kann auch nach mehreren Jahrzehnten hierauf zugegriffen werden. In zunehmendem Umfang werden diese Bauakten durch die Behörden digitalisiert und sind daher mehr ausschließlich als physische Version in den Archiven vorhanden.

 

Inhalte der Bauakte

Üblicherweise sollten in der Bauakte alle wichtigen Informationen von der Errichtung des Gebäudes bis zu grundlegenden Veränderungen vorhanden sein. Basis bildet somit der Bauantrag und die dazugehörigen Grundrisse, Flächenberechnungen, Detailzeichnungen, statische Berechnungen, Entwässerungspläne und Schnittzeichnungen. Hierbei ist jedoch hervorzuheben, dass diese Informationen nicht immer vollständig sind.

Von grundlegender Bedeutung ist die in der Bauakte enthaltene Baugenehmigung, aus der hervorgeht in welcher Form die Immobilie seinerzeit genehmigt worden ist. Neben dem Bauantrag ist auf die Bescheinigung der Bauabnahme beziehungsweise der Schlussabnahme dort vorzufinden. Üblicherweise entspricht das Jahr der Schlussabnahme auf dem eigentlichen Baujahr des Hauses. Sofern festgestellt worden ist, dass die tatsächlichen Gegebenheiten von den geplanten Gegebenheiten abweichen oder noch Restarbeiten vorzunehmen sind wird erneut eine Schlussabnahme durchgeführt.

VonThomas Eulenpesch

Weniger Barrieren – mehr Förderung

bodengleiche Dusche, intelligentes Assistenzsystem oder breitere Wohnungstüren – Eigenheimbesitzer, die Barrieren reduzieren und ihr Zuhause altersgerecht
umbauen, können für die Modernisierung Zuschüsse in Anspruch nehmen. Die Fördermöglichkeiten auf einen Blick.

KfW-Förderprodukte

Die KfW-Bank fördert mit dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ Modernisierungsmaßnahmen, die den Wohnkomfort und die Sicherheit erhöhen sowie Barrieren reduzieren. Zu den förderberechtigten Maßnahmen zählen zum Beispiel die Reduzierung von Barrieren in Zugangsbereich und Wohnraum, der Umbau von Badezimmern, etwa durch den Einbau einer bodengleichen Dusche sowie die Installation von Treppenliften, Rampen und Assistenzsystemen. Gefördert werden die Umbauten mit zinsvergünstigten Darlehen bis maximal 50.000
Euro je Wohneinheit. Alternativ bietet die KfW einen Investitionszuschuss an. Dieser beträgt maximal 6.250 Euro je Wohneinheit. Das Förderprogramm kann von allen Privatpersonen, unabhängig von Alter und Familienstand, beansprucht und mit einem Bausparvertrag kombiniert werden.

Regionale Förderprogramme

Modernisierer können gegebenenfalls auch bei kommunalen Institutionen ihrer Region Fördermittel beantragen, wenn sie im Eigenheim Barrieren reduzieren.
Die Form und Höhe der Zuschüsse variiert von Bundesland zu Bundesland. So bezuschusst etwa das Thüringer Landesverwaltungsamt einen Umbau mit bis zu
10.000 Euro, von der Hamburgische Investitions- und Förderbank gibt es sogar bis zu 15.000 Euro. Die Investitionsbank Berlin (IBB) unterstützt die barrierearme
Wohnraumanpassung in Form eines zinsverbilligten Darlehens: Auf den Kredit der KfW-Bankengruppe gewährt sie pro Jahr zusätzlich eine weitere nominale
Zinssubvention von bis zu 0,6 Prozent. Eine Übersicht über die Fördermittel in den einzelnen Bundesländern sowie über die jeweiligen Konditionen stellt das
Bundeswirtschaftsministerium unter www.foerderdatenbank.de zur Verfügung.

Wohn-Riester

Mit Wohn-Riester unterstützt der Staat nicht nur beim Erwerb des Eigenheims. Wohn-Riester-Sparer können ihren riestergeförderten Bausparvertrag auch für
den altersgerechten Umbau ihrer Immobilie einsetzen. Dazu müssen sie mindestens die Hälfte der Investitionssumme für Maßnahmen aufwenden, die den
DIN-Vorgaben für barrierefreies Bauen entsprechen und auch mit dem restlichen entnommenen Guthaben Barrieren in oder an der Immobilie reduzieren. Wer
sein Eigenheim schon länger als drei Jahre besitzt, muss außerdem mindestens 20.000 Euro investieren, ansonsten 6.000 Euro. Für Umbaukosten, die durch
die Wohn-Riester-Förderung finanziert werden, dürfen keine anderen Förderprogramme genutzt werden.

VonThomas Eulenpesch

Wichtige Informationen, die nicht im Grundbuch eingetragen sind

Nicht alle wichtigen Informationen sind im Grundbuch der jeweiligen Immobilie eingetragen. Daher gilt es insbesondere als Käufer diese Informationsquellen zu überprüfen um zusätzliche Kosten nach Möglichkeit auszuschließen. Während wir diese Informationen standardmäßig bei der Erstellung von Gutachten bei den zuständigen Behörden anfragen wissen viele Eigentümer und Kaufinteressenten nur von den Informationen aus dem Grundbuch und vom Alteigentümer.

 

Das Baulastenverzeichnis

Das sogenannte Baulastenverzeichnis wird beispielsweise im Kreis Kleve durch die Kreisverwaltung geführt. Jedoch kann dies von Region zu Region unterschiedlich sein. Bei einer Baulast handelt es sich um eine grundstücksbezogene Belastung, die gegenüber der zuständigen Bauaufsichtsbehörde eingetragen wird. Da diese nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit angrenzenden Grundstücken steht werden diese Informationen auch nicht im Grundbuch eingetragen.

Bei einer Baulast kann es sich beispielsweise um sogenannte Abstandsflächen, Fluchtwege oder Auflagen hinsichtlich Kfz Stellplätzen handeln. Aus der Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis wird sichtbar, wer der begünstigte der jeweiligen Baulast ist und welche Belastungen sich für das eigene Grundstück daraus ergeben. Oftmals ist die davon betroffene Fläche in der Flurkarte farblich abweichend gekennzeichnet.

Diese Informationen werden nicht nur bei der Erstellung von Gutachten benötigt, sondern oftmals auch für die Genehmigung eines Immobilienkredites. Daher sollten Sie eine Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis bei der Kreisverwaltung anfordern. Sofern keine Baulast auf dem betreffenden Grundstück eingetragen ist, wird die Kreisverwaltung eine Gebühr von zehn Euro je Grundstück. Liegt hingegen eine Eintragung vor, erhöht sich diese Gebühr auf 50 € je Grundstück (Stand 03.09.2018).

 

Das Altlastenkataster

Eine weitere wichtige Informationsquelle für Eigentümer und Kaufinteressenten ist das sogenannte Altlasten. Dies wird ebenfalls von der Kreisverwaltung in Kleve geführt. In diesem Verzeichnis werden Flächen geführt, die unter Verdacht stehen durch frühere Einflüsse kontaminiert worden zu sein. Dabei muss zum Zeitpunkt der Eintragung noch kein Beweis vorgelegen haben, sondern der Verdacht auf die Existenz einer Altlast reicht für die Eintragung in das Verzeichnis bereits aus.

Meist handelt es sich bei den Verdächtigen Flächen um Gewerbeflächen, dennoch sind Baugrundstücke, auf denen Wohngebäude errichtet werden sollen beziehungsweise errichtet worden sind nicht zwangsläufig Altlastenfrei. Meist handelt es sich dabei um Grundstücke, auf denen sich zuvor zur Pfarreien, er war ein, Tankstellen oder andere Unternehmen befunden haben, die Chemikalien oder andere umweltgefährdende Stoffe eingesetzt haben.

Eine Eintragung in das Altlastenkataster ist dabei nicht mit einer tatsächlichen Belastung gleichzusetzen. Um die Existenz einer Altlast auszuschließen sind jedoch aufwändige und kostenintensive Bodenuntersuchungen notwendig. Ergeben diese Untersuchungen eine tatsächliche Belastung muss überprüft werden, mit welchen Maßnahmen eine Sanierung des betreffenden Grundstückes möglich wäre. Für einfache Auskünfte aus dem Altlastenkataster werden bei der Kreisbehörde keine Gebühren erhoben.

 

Erschließungskosten und Straßenbaubeiträge

Bei dem Erwerb eines Grundstückes beziehungsweise einer Immobilie sollte nicht nur die Zukunft in den Fokus gelegt werden, sondern auch die Vergangenheit. Denn insbesondere bei Grundstücken, die erst in jüngerer Vergangenheit erschlossen worden sind können für den zukünftigen Eigentümer noch Kosten in Form von Erschließungsbeiträgen gemäß § 127 BauGB anfallen.

Diese Kosten fallen jedoch nur einmalig an. Daher ist bei älteren Gebäuden mit diesem Posten üblicherweise nicht mehr zu rechnen. Jedoch können auf den Eigentümer zusätzliche Kosten durch sogenannte Straßenbaubeiträge zu kommen. Wenn beispielsweise der Straßenbelag erneuert und der Kanal ausgetauscht wird beziehungsweise eine Verbesserung der Straßen vorgenommen werden wie beispielsweise durch neue Energiesparlampen werden Kosten an die Anlieger weiterberechnet.

Jede Kommunalverwaltung ist dazu verpflichtet vor Durchführung von Sanierungsmaßnahmen zu überprüfen, welche Kosten voraussichtlich anfallen und ob diese vollständig von der Kommune übernommen werden müssen oder beispielsweise auf die Anwohner umgelegt werden können. Wir können mit unter mehrere tausend bis mehrere zehntausend € auf den jeweiligen Grundstückseigentümer zu kommen.

Maßnahmen, die bereits geplant sind, können unter anderem beim zuständigen Tiefbauamt der Kommunalverwaltung angefragt werden. Üblicherweise erhalten Sie dort jedoch nur Informationen über den geplanten Zeitpunkt aber nicht über die entstehenden Kosten. Bei der jeweiligen Kommunalverwaltung kann eine schriftliche Auskunft über mögliche Erschließungskosten, die noch anfallen beziehungsweise eine Auskunft über bereits gezahlte Erschließungsbeiträge angefordert werden. Hierfür werden Gebühren meist im Rahmen zwischen 20 € und 40 € berechnet.

VonThomas Eulenpesch

5 Punkte zur langfristigen Werterhaltung

Ziel jedes Immobilieneigentümers ist es das Objekt langfristig zu nutzen und vor Schäden zu bewahren. Daher bietet es sich an, die nachfolgenden fünf Aspekte im Auge zu behalten:

  • Feuchtigkeit kann der Bausubstanz schaden

Besonders häufig treten Feuchteschäden in Kellern durch unzureichende Abdichtung gegen eindringende Feuchtigkeit auf. Geeignete Maßnahmen zur Minimierung möglicher Feuchteschäden können daher nur vor Ort und unter Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten analysiert werden.  Ein weiterer Bereich, der oftmals übersehen wird ist das Dach einer Immobilie. Beispielsweise können sich bei Herbststürmen einzelne Dachziegel lockern und verschieben. Auch durch kleine Leckagen können größere Mengen an Feuchtigkeit eindringen und immense Schäden im Dachgeschoss verursachen. Daher gilt es insbesondere die kritischen Bereiche regelmäßig zu kontrollieren beziehungsweise kontrollieren zu lassen und Schäden möglichst unmittelbar beheben zu lassen. Nur so können Sie hohe Folgekosten vermeiden

  • Belüftung des Gebäudes

Um Feuchteschäden und Schimmelschäden langfristig zu vermeiden gilt es regelmäßig zu lüften. Hierbei ist von einer Lüftung mittels Kippstellung der Fenster dringendst abzuraten, denn diese sorgt primär für eine Auskühlung der angrenzenden Bauteile jedoch nicht für einen ausreichenden Luftwechsel. Stattdessen sollte nach Möglichkeit eine Stoßlüftung oder Querlüftung vorgenommen werden.

  • Regelmäßige Wartung und Instandhaltung

Um ein Gebäude langfristig nutzen zu können müssen regelmäßig Investitionen getätigt werden. Hierbei kann es sich sowohl um kleinere als auch größere Maßnahmen handeln. Eine Faustformel besagt dabei, dass jährlich durchschnittlich 1% der Herstellungskosten des Gebäudes angespart und investiert werden müssen um das Objekt langfristig gebrauchstauglich zu halten. Sofern in einem Jahr eine geringere Investition getätigt werden soll, empfiehlt es sich den verbleibenden Betrag auf einem separaten Sparkonto anzulegen.

  • Verkehrssicherheit

Insbesondere begehbare Wege und Terrassen müssen regelmäßig auf mögliche Schäden überprüft werden. Dies gilt insbesondere nach stärkeren Frostperioden. Zu den Aspekten der Verkehrssicherheit zählen im Herbst und Winter auch das Räumen der Wege von Schnee, Eis und nassem Laub. Bei der Verkehrssicherheit des Gebäudes sollten auch weitere wichtige Einrichtungen und Installationsleitungen von Wasser, Gas und Strom zumindest in Augenschein genommen werden.

  • Abwehr von Schädlingen, Schadstoffen und Umweltgiften

Beispielsweise Holzkäfer oder der Holzbock als tierische Schädlinge können massive Schäden am Gebäude verursachen. Derartige ungeliebte Untermieter können Sie beispielsweise anhand von Fraß Löchern in Holzbauteilen oder Holzmehl auf dem Boden erkennen. Auch Pilze wie der sogenannte echte Hausschwamm können Holzbauteile massiv zerstören und somit die Standsicherheit des Gebäudes beeinflussen.

Neben den Schäden an der Bausubstanz müssen auch Ausdünstungen beispielsweise von Klebern oder Wandfarben berücksichtigt werden. Diese können über die Atemwege aufgenommen werden und ungewünschte Reaktionen im Körper hervorrufen.  Gerne entnehmen wir vor Ort Proben und lassen diese durch ein zertifiziertes Labor auf Schadstoffe wie Formaldehyd, Holzschutzmittel, Weichmacher und einer Vielzahl von anderen Schadstoffen überprüfen.