Immobilienerwerb: Die Finanzierung

VonThomas Eulenpesch

Immobilienerwerb: Die Finanzierung

Zu einer der wichtigsten Entscheidungen im Leben zählt der Erwerb eines Eigenheims. Da die Meisten Käuferinnen und Käufer nicht über ausreichendes Eigenkapital verfügen, muss zusätzliches Kapital in Form von Bankkrediten eingesetzt werden. Somit ist es notwendig, sich vor dem Erwerb der Immobilie umfassen zu informieren und die finanzielle Tragweite dieses Vorhabens auf eine solide Basis zu stellen.

 

Finanzierung – Ohne geht es meist nicht

Auch, wenn der Hauskauf meist eine emotionale Angelegenheit ist, sollten Sie versuchen so objektiv wie möglich an das Thema Hauskauf heranzugehen. Daher sollten Sie auch die eigene finanzielle Situation kritisch betrachten und sich diese nicht „schönrechnen“.

Stellen Sie dazu sämtliche Ausgaben und Einnahmen in einer Tabelle gegenüber. Hierbei sollten jährlich anfallende Zahlungen wie Versicherungen und Beiträge zu Vereinen ebenfalls berücksichtigt werden. Ein Vergleich zwischen Einnahmen und Ausgaben bietet Ihnen einen ersten Überblick über den möglichen finanziellen Spielraum. Den Spielraum sollten Sie nach der Kreditaufnahme auch nicht vollständig ausgeschöpft haben, denn es sollte stets ein finanzielles Polster vorhanden sein um unvorhergesehene Ausgaben wie beispielsweise bei einer defekten Waschmaschine noch handlungsfähig zu sein, ohne dass ein zusätzlicher Kredit in Anspruch genommen werden muss.

 

Eigenkapital im Finanzierungsmix

bei der Finanzierung Ihrer Immobilie sollte stets ein gewisser Anteil an Eigenkapital eingesetzt werden. Hierdurch kann ihr Risiko bei der Finanzierung Ihrer Immobilie gesenkt werden. Zudem fordern die meisten Banken und Kreditinstitute einen ausreichenden Anteil an Eigenkapital, bevor ein Kredit gewährt wird. Darüber hinaus kann ein höherer Eigenkapitalanteil auch dazu beitragen, dass sich von ihrer Bank bessere Konditionen erhalten.

Jedoch sollte stets eine ganzheitliche Betrachtung erfolgen, sodass ein angemessenes Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital ausgewählt werden sollte. Dies bedeutet, dass beim Erwerb der Immobilie nicht das vollständige Eigenkapital eingesetzt werden sollte. Vielmehr sollte auch nach dem Erwerb ein gewisser Anteil überbehalten werden, um kurzfristig auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können.

Finanzierung Immobilie

Setzen Sie nicht nur auf eine Bank

Bevor sie die finale Entscheidung über die Finanzierung Ihrer Immobilie treffen sollten Sie in mehrere Angebote von unterschiedlichen Banken einholen. Denn ein Vergleich von Zinssätzen, Zinsbindungsfrist und die Möglichkeit von Sondertilgungen ist stets sinnvoll, um eine bestmögliche Alternative für sich zu ermitteln. Wenn Sie beispielsweise eine zusätzliche Vergütung ihres Arbeitgebers in Form einer Umsatzbeteiligung erhalten kann es sinnvoll sein einen Kreditvertrag mit einer erhöhten Sondertilgungsmöglichkeit auszuwählen, um den Kredit frühzeitig ablösen zu können. Neben Banken sind auch unabhängige Kreditvermittler ein guter Ansprechpartner.

 

Passende Zinsbindungsfrist auswählen

Die meisten Banken bieten üblicherweise Immobilienfinanzierungen über Zeiträume von 10-30 Jahren an. Mit steigender Zinsbindung steigt üblicherweise auch der Zinssatz an. Auf der anderen Seite führt dies auch zu einer höheren Planungssicherheit. Insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase kann es lohnend sein auf eine längere Zinsbindungsfrist zu setzen.

 

Weitere Kosten des Immobilienerwerbs

Zu den weiteren Kosten beim Erwerb einer Immobilie zählen Notarkosten, die Grunderwerbsteuer, die Maklercourtage und die Gebühren des Grundbuchamtes. Diese Kosten müssen ebenfalls bei den Erwerbskosten einer Immobilie berücksichtigt werden und betragen je nach Bundesland 10-15 % der Kaufsumme.

Insbesondere dann, wenn sie eine gebrauchte Immobilie kaufen möchten, fallen meist zusätzliche Kosten für Reparatur oder Modernisierung an. Beispielsweise für den Erwerb einer neuen Heizung, den Einbau eines neuen Badezimmers, Malerarbeiten, Bodenlegerarbeiten oder weitere Arbeiten. Diese Kosten müssen ebenfalls mit in den Gesamtpreis einbezogen werden, um im Rahmen der Finanzierung eine vollständige Deckung zu erreichen.

 

Förderung des Immobilienerwerbs

Neben dem Einsatz von Eigenkapital und Krediten kommen auch staatliche Fördermittel infrage. Unter anderem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet hierbei unterschiedliche Förderprogramme in Form von Zuschüssen beispielsweise für Modernisierung und Sanierung aber auch vergünstigte Kredite. Auf den Einsatz derartiger Fördermittel sollten Sie Ihre Hausbank ansprechen, den die Beantragung erfolgt stets über die Hausbank. Zuschüsse beispielsweise zu Modernisierungsmaßnahmen, die sich auch im Nachhinein beantragen können, sind direkt bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu beantragen. Hier gelangen Sie zur KfW

KfW

 

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