Kategorien-Archiv Wärmedämmung

VonCarina Borgers

Wärmebrücken (Kältebrücken)

Als Wärmebrücke (oftmals fälschlicherweise als Kältebrücken bezeichnet) werden Bauteile bezeichnet, die Wärme rascher nach draußen transportieren, als die angrenzenden Elemente. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen konstruktiven, geometrischen und materialbedingten Wärmebrücken.

Wärmebrücken treten bevorzugt an folgenden Orten auf

  • Rollladenkästen
  • Balkone
  • Ecken im Haus
  • Fensterstützen
  • Fensterrahmen
  • Heizkörpernischen Deckenanschlüsse
  • Vorspringende Stahlträger
  • Ungedämmte Stahlbetonbauelemente

Prinzipiell verbergen sich Wärmebrücken immer dort, wo im Kontrast zu den restlichen Bauteilen ein niedrigerer Wärmedurchgangswiderstand besteht.

Wärmebrücken und Schimmelbildung

Gibt es in einem Raum einen kälteren Wandbereich, also eine Wärmebrücke, verflüssigen sich dort bevorzugt die Wasseranteile der Luft. Die Wand ist an dieser Stelle demzufolge fortwährend etwas feucht. Landen darauf Schimmelsporen, finden sie ein geeignetes Milieu zum Wachsen vor. Jede Wärmebrücke neigt deshalb zu Schimmelbildung.

Schimmel aufgrund neuer Fenster

Wenn nur die Fenster ausgetauscht werden, aber die Außenwände so bleiben wie sie sind, entwickeln sich die Außenwände zu einer Wärmebrücke.

Schimmelbildung nach Fenstersanierung lässt sich mindern, wenn häufig gelüftet oder eine Lüftungsanlage installiert wird. Weitaus effektiver erweist sich jedoch bei der Fenstererneuerung die gleichzeitige Dämmung der Außenwände, damit keine Wärmebrücke entsteht.

Aufspüren von Wärmebrücken

Thermografieaufnahmen während der Heizperiode machen an einem Gebäude Wärmebrücken sichtbar, noch bevor Schimmel entsteht. Dazu ist eine Infrarot-Kamera nötig, die verschiedene Temperaturen mit unterschiedlichen Farben aufnimmt. Kältere Bereiche erscheinen blauer und warme in roter Farbe. Dazwischen gibt es noch eine Reihe von farblichen Nuancen.

Bildquelle: Lutz Weidner – Bauthermografie & Luftdichtheitsprüfung, CC BY-SA 3.0

Wärmebrücken – Schimmel vermeiden

Zum Ausmerzen von Schwachstellen wird generell zu einer umfänglichen Fassadendämmung geraten. Unnötige Wärmeverluste lassen sich ausschließen, wenn die wärmende Hülle überall möglichst gleich ist.

Schimmel durch Wärmebrücken

Weil eine Wärmebrücke schneller auskühlt und auftreffende schwüle Luft zum Kondensieren bringt, entsteht ein ständig nässender Bereich, auf dem sich leicht Schimmelpilze ansiedeln.

VonThomas Eulenpesch

Nachträgliche Innendämmung

Eine Wärmedämmung soll dazu beitragen, dass der Durchgang der Wärmeenergie an der Gebäudehülle vermindert wird. Dadurch, dass sich der Wärmestrom jeweils in die Richtung der niedrigeren Temperatur (im Winter die Außentemperatur) bewegt, findet eine Wärmeübertragung vom Innenraum hin zur Oberfläche der Außenwand statt. Durch einen ausreichenden Wärmeschutz soll die Wärme länger im Gebäude erhalten werden und somit die notwendige Heizenergie reduziert werden.

Sowohl eine Dämmung der äußeren Wandoberfläche als auch eine Innendämmung können dazu beitragen, den Wärmeverlust deutlich zu reduzieren. Hierfür können unterschiedliche Materialien eingesetzt werden, um den Wärmestrom zu reduzieren. Maßgeblich hierfür ist jeweils, dass die Materialien eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen.

Insbesondere eine Innendämmung ist bei einer fehlerhaften beziehungsweise unsachgemäßen Ausführung kritisch zu betrachten. Denn hierdurch kann eine Schimmelbildung begünstigt werden. Daher ist es notwendig einerseits die richtigen Materialien einzusetzen und andererseits diese auch korrekt zu verarbeiten.

Damit nach der Durchführung einer Innendämmung Feuchtigkeit und Schimmel keine Probleme darstellen sollte zunächst dafür gesorgt werden, dass die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen zwischen 40 % und 60 % liegt. Durch eine Wärmedämmung innerhalb des Gebäudes, wird bei einer korrekten Ausführung die bestehende Luftzirkulation, die sich bei älteren Gebäuden meist durch undichte Mauerwerksfugen oder Ähnliches ergibt, nachträglich verhindert.

Dies führt mithin dazu, dass der Luftaustausch zwischen Innenraum und der Außenwelt deutlich reduziert wird. Folglich kann die Luftfeuchtigkeit im Gebäude ansteigen und somit das Wachstum von Schimmelpilzen begünstigen. Daher muss im Zuge einer Innendämmung stets darauf geachtet werden, dass ein notwendiger Luftwechsel weiterhin erreicht werden kann. Hierzu ist neben der fachgerechten Montage der Innendämmung auch eine genaue Berechnung des notwendigen Lüftungsstroms und bei Bedarf der Einbau von technischen Maßnahmen notwendig.

Nachträgliche Innendämmung (Einblasdäummgun mit Dämmhülsen), Foto: Arnold Drewer; IPEG-Institut

 

Dämmstoffe für die Innendämmung

Für die Innendämmung werden unterschiedliche Materialien angeboten. Neben synthetischen Dämmstoffen werden hierfür beispielsweise Dämmstoffe aus Cellulose oder Holzfasern angeboten. Auch mal moralische Dämmstoffe wie Steinwolle oder Glaswolle eignen sich hierfür. Darüber hinaus werden im Rahmen der Innendämmung häufig auch sogenannte Klimaplatten beziehungsweise Calciumsilikatplatten eingesetzt.

Calciumsilikatplatten kennzeichnen sich dadurch, dass aufgrund der Vielzahl von Mikroporen Wasser aufgenommen, gespeichert und bei einer verringerten Raum Luftfeuchtigkeit wieder abgegeben werden kann. Somit tragen diese Platten auch zur Regulierung der Raum Luftfeuchtigkeit bei. Zudem können aufgrund des hohen pH-Wertes Schimmelpilze nicht beziehungsweise kaum wachsen. Auf der anderen Seite müssen diese Platten jedoch besonders sorgsam verarbeitet werden und eignen sich nicht für jede Art der Wandgestaltung.

 

Schimmel mit Innendämmung vermeiden

Nur dann, wenn die Innendämmung fachgerecht ausgeführt wird, und weitere wichtige Rahmenbedingungen erfüllt werden, lassen sich die Bildung von Feuchteschäden und Schimmelbildung nach einer Innendämmung vermeiden. Im Allgemeinen wird bei einem Wärmeschutz von Gebäuden eine Außendämmung empfohlen. Jedoch müssen hierbei stets die individuellen Rahmenbedingungen beachtet werden, sodass eine genauere Analyse vor Ort notwendig ist. Gerne stehen wir Ihnen hierbei beratend zur Seite.

 

VonThomas Eulenpesch

Passivhaus, Nullenergiehaus oder Plusenergiehaus – was steckt dahinter?

Unter den „Energiesparern“ sind Passivhäuser derzeit die am weitesten verbreitete Bauform. Die Häuser der Zukunft sind aber Nullenergie­ oder Plusenergiehäuser.
So unterscheiden sich die Gebäudestandards. 

Passivhaus

Das Passivhaus verbraucht fast drei Viertel weniger Heizwärme als ein durchschnittlicher Neubau, der den derzeitigen, gesetzlich vorgegebenen Energiestandards entspricht. Für diese enorme Energieeinsparung sorgen besonders energieeffiziente Bauelemente sowie eine spezielle Lüftungstechnik. So halten dreifach- und wärmeschutzverglaste Fenster sowie eine hochwirksame Dämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte die Wärme im Haus. Die Lüftungsanlage sorgt für gleichbleibend frische Luft. Zum Heizen nutzen Passivhäuser die im Inneren des Hauses vorhandenen Energiequellen – beispielsweise die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme.

Nullenergiehaus

Eine Weiterentwicklung des Passivhauses ist das Nullenergiehaus. Es verbraucht nur so viel Energie, wie es selbst auch produziert. Das bedeutet, dass keine
Fremdenergie für Warmwasser, Kühlung oder Heizung benötigt wird. Der Stromverbrauch für Licht, Geräte oder Maschinen wird dabei allerdings nicht berücksichtigt. Ein Nullenergiehaus nach aktuellem Standard funktioniert also nicht komplett autark: Während die Sonne im Sommer zur Energiegewinnung genutzt werden kann, fällt diese Möglichkeit im Winter weg. Nullenergiehäuser sind daher an das allgemeine Stromnetz gekoppelt. Das heißt, sie können überschüssige Energie in das Stromnetz einspeisen, im Winter dafür Energie aus dem Netz beziehen. Nullenergiehäuser gelten aber dennoch als energieneutral, weil sie auf das Jahr gerechnet genau die Energiemenge produzieren, die gebraucht wird.

Plusenergiehaus

Plusenergiehäuser gelten als die bislang am weitesten entwickelte Form eines energieeffizienten Gebäudes. Ein Plusenergiehaus produziert mehr Energie als
seine Bewohner verbrauchen und ist emissionsfrei. Erreicht wird dieser Standard unter anderem durch eine hocheffiziente Anlagentechnik und eine komplett
regenerative Energieversorgung. Zusätzlich erzeugt eine Photovoltaikanlage Solarstrom. Die überschüssige, nicht genutzte Energie kann beispielsweise in das
öffentliche Netz eingespeist oder zum Aufladen eines Elektroautos genutzt werden. Häuser, die einen Energieüberschuss produzieren und diesen auch speichern können, sind energieautark.