Kategorien-Archiv Wärmedämmung

Fördermaßnahmen bei der energetischen Gebäudemodernisierung

Die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden wird durch unterschiedliche Maßnahmen und Konzepte durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als weltweit größte nationale Förderbank sowie durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowohl in Form von vergünstigten Krediten als auch in Form von Zuschüssen gefördert (Noosten, 2015, S. 77).

 

Die Förderungen und Zuschüsse beziehen sich dabei entweder auf sogenannten Einzelmaßnahmen aber auch auf sogenannte Maßnahmenpakete mit dem Ziel Gebäude auf unterschiedliche Art und Weise zu modernisieren (Kofner, 2016, S. 304). In Bezug auf die Bezuschussung von Einzelmaßnahmen muss jedoch berücksichtigt werden, dass aktuell noch eine Untergrenze bei der Auszahlung in Höhe von 300,00 € existiert, sodass kostengünstige Maßnahmen unterhalb von 3.000,00 € wie beispielsweise die nachträgliche Kerndämmung der Fassade eines Einfamilienhauses mitunter nicht durch die Kreditanstalt für Wideraufbau gefördert werden (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 2). Folglich können diese Vorgaben dazu führen, dass deutlich weniger Gebäudeeigentümer von einer finanziellen Förderung profitieren können, was dem Ziel der Energieeinsparung der Bundesregierung widerspricht.

 

Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit sind jedoch nur Fördermaßnahmen mit dem Fokus auf die energetische Modernisierung des jeweiligen Gebäudes von Bedeutung, so dass auf anderweitige Fördermaßnahmen nicht eingegangen wird. Damit die Fördermaßnahme genehmigt wird ist mit Ausnahme von Baubegleitung und Beratung durch einen anerkannten Sachverständigen die Antragstellung der Fördermaßnahmen bereits vor Durchführung der jeweiligen Maßnahme vorzunehmen (Volland, 2014, S. 90). Auf ausgewählte standardisierte Maßnahmen wird nachfolgend detaillierter eingegangen um die Möglichkeiten, Vor- und Nachteile sowie Beschränkungen dieser Maßnahmen darzustellen.

 

KfW Heizungs- und Lüftungspakete

Die Maßnahmenpakete für Heizungsanlagen und Lüftungsanlagen im Rahmen des sogenannten Anreizprogramms Energieeffizienz werden oftmals auch mit den nachfolgenden Fördermaßnahmen kombiniert. Beim Heizungspaket muss einerseits eine Erneuerung der Heizungsanlage und andererseits eine Optimierung der Wärmeverteilung in der entsprechenden Wohneinheit vorgenommen werden. Voraussetzung hierbei ist es, dass eine gasbetriebene beziehungsweise ölbetriebene Heizung, die nicht dem Brennwertstandard entspricht, außer Betrieb genommen wird, bevor dieser unter die gesetzliche Austauschpflicht fällt. Zusätzlich muss die neue Heizung in technischen Mindestanforderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau entsprechen. Eine Förderleistung wird auch nur dann gewährt, wenn keine zeitgleiche oder zeitlich versetzte Förderung von solarthermischen Modernisierungsmaßnahmen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erfolgt (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 3).

Durch das Lüftungspaket erfolgt eine Förderung bei der Erneuerung oder dem erstmaligen Einbau einer Lüftungsanlage. Die Förderung erfolgt unter der Voraussetzung, dass die Anlage über eine Wärmerückgewinnung verfügt und zeitgleich eine anderweitige Maßnahme zur Reduktion des Energieverbrauchs an der Gebäudehülle wie beispielsweise die Gebäudedämmung vorgenommen wird. Auch bei diesem Förderprogramm müssen entsprechend vorgegebene technischen Mindestanforderungen durch die installierte Anlage erfüllt werden (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 3).

 

KfW Investitionszuschuss: Energieeffizientes Sanieren (430)

Im Rahmen des Förderprogramms 430 “Energieeffizientes Sanieren” der Kreditanstalt für Wiederaufbau werden Eigentümer, die ihre Immobilie energetisch sanieren möchten, beziehungsweise einen bereits energetisch sanierten Wohnraum kaufen möchten, mit bis zu 30.000 EUR je Wohneinheit bezuschusst. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Immobilie bis zum 31. Januar 2002 ihren Bauantrag genehmigt bekommen hat. Zusätzlich muss ein Experte für Energieeffizienz mit in den Prozess der Sanierung beziehungsweise des Kaufes einbezogen werden (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 1).

Diese Fördermaßnahmen beziehen sich dabei auf Einzelmaßnahmen, Heizungs- und Lüftungsanlagen unter sogenannte KfW Effizienzhaus. Bei der Durchführung dieser Maßnahmen ist eine Kombination des Investitionszuschusses mit anderen Fördermaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau möglich. Bei Einzelmaßnahmen wird die Gesamtförderung über alle Maßnahmen hinweg auf 50.000 EUR und beim KfW Effizienzhaus auf 100.000 EUR pro Wohneinheit begrenzt. Bei der Berechnung der Gesamtsumme werden die Fördermaßnahmen 151,152 und 430 mit in die Berechnung einbezogen, wenn diese nach dem 1. April 2009 beantragt worden sind. Mindestens muss jedoch der Zuschussbetrag 300 EUR  pro Antrag betragen (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 2).

 Prozentualer Anteil der förderfähigen KostenMaximale Förderung pro Wohneinheit
Einzelmaßnahmen10 %5.000 EUR[1]
Maßnahmen an Heizungs- und Lüftungsanlagen15 %7.500 EUR
KfW-Effizienzhaus 11515 %15.000 EUR
KfW-Effizienzhaus Denkmal15 %15.000 EUR
KfW-Effizienzhaus 10017,5 %17.500 EUR
KfW-Effizienzhaus 8520 %20.000 EUR
KfW-Effizienzhaus 7025 %25.000 EUR
KfW-Effizienzhaus 5530 %30.000 EUR

Tabelle 1: Förderung mittels KfW 430 Programm (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 2)

Gemäß den Förderrichtlinien der Kreditanstalt für Wiederaufbau werden Gebäude, die überwiegend zum Wohnen dienen und deren Bauantrag beziehungsweise deren Bauanzeige bis spätestens um ein 30. Januar 2002 gestellt worden ist gefördert. Wochenendhäuser, Ferienhäuser und Wohneinheiten in sogenannten Boardinghäusern sind hingegen von der Förderung ausgeschlossen.  Wird im Rahmen der Modernisierungsmaßnahme eine Umnutzung vorgenommen, ist die Anzahl der Wohneinheiten nach durchgeführter Sanierung hinsichtlich der Antragstellung von Bedeutung. Sofern hierbei eine Erweiterung des Wohnraums beispielsweise durch den Ausbau eines ungenutzten Dachbodens erfolgen soll, sind diese Maßnahmen lediglich im Maßnahmenpaket 153 förderfähig (Kreditanstalt für iederaufbau, 2018, S. 3).

Bei der Durchführung der Modernisierungsmaßnahmen müssen die entsprechenden Vorgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau hinsichtlich der technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. Hierbei geht es auch die Empfehlungen des beauftragten Sachverständigen zu berücksichtigen. Zusätzlich dürfen die Maßnahmen nur durch Fachunternehmen und nicht durch die Eigentümer selbstständig durchgeführt werden (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 3).

Nach Antragstellung muss der Energieeffizienzexperte zunächst die Maßnahmen hinsichtlich der Einhaltung der Mindeststandards überprüfen. Eine weitere Überprüfung findet nach Fertigstellung der Maßnahmen statt, wobei der Energieeffizienzexperte eine Bestätigung über die ordnungsgemäße Durchführung aufstellen muss. Diese Bestätigung muss wiederum seitens des Eigentümers an die Kreditanstalt für Wiederaufbau übermittelt werden. In Abhängigkeit von der Höhe des Betrages muss zusätzlich eine Identifikation gemäß Geldwäschegesetz erfolgen, wenn die Abwicklung maßgeblich durch einen Bevollmächtigten wie beispielsweise dem Hausverwalter erfolgt. Nach zusätzlicher Überprüfung seitens der Kreditanstalt für Wiederaufbau erfolgt die finale Auszahlung des Investitionszuschusses (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 7).

Zu den förderfähigen Maßnahmen im Rahmen dieses Förderprogramms zählen die Wärmedämmung von Decken, Wänden und Dachflächen, sowie die Erneuerung von Fenstern und Außentüren, die Erneuerung von Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die Optimierung von bestehenden Heizungsanlagen (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 3). Handelt es sich bei dem Sanierungsobjekt um ein Baudenkmal sind abweichende Vorschriften zu berücksichtigen, da bei derartigen Objekten üblicherweise nicht jegliche Art von Modernisierungsmaßnahmen seitens der Denkmalbehörden genehmigt werden können (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 5).

Der Zuschuss muss dabei nicht zwangsläufig nur für eine einzelne Person gewährt werden. Auch ist eine Auszahlung von Zuschüssen an Wohnungseigentümergemeinschaften möglich. Hierbei muss ein Bevollmächtigter beispielsweise der Hausverwalter den Antrag unter Berücksichtigung des von der Wohnungseigentümergemeinschaft geschlossenen Beschlusses stellen. Dieser Beschluss und eine Vollmacht der Eigentümergemeinschaft muss an die Kreditanstalt für Wiederaufbau übermittelt werden. Sofern die jeweilige Wohnung nicht durch den Eigentümer selbst, sondern durch einen Mieter bewohnt wird, muss zusätzlich bestätigt werden, dass die sogenannten De-minimis-Höchstgrenzen durch den jeweiligen Eigentümer nicht überschritten werden (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 6).

 

KfW Kredit: Energieeffizientes Sanieren (Förderprogramme 151 und 152)

Bei diesen Förderprogrammen handelt es sich nicht wie beim zuvor dargestellten Programm um einen Zuschuss, sondern um einen Kredit. In Abhängigkeit von der Laufzeit werden unterschiedliche Zinssätze angeboten, wobei zum aktuellen Zeitpunkt (24. Dezember 2018) für alle Laufzeiten von 4 bis 30 Jahren ein Effektivzinssatz von 0,75 % angeboten wird (Kreditanstalt für Wiederaufbau, o. J.).

Durch dieses Produkt der Kreditanstalt für Wiederaufbau sollen Investitionsmaßnahmen an Wohngebäuden und Eigentumswohnungen, die durch den Eigentümer selbst oder durch andere Personen genutzt werden, gefördert werden. Zusätzlich erfolgt eine Förderung von kürzlich sanierten Wohngebäuden und Eigentumswohnungen. Durch die zinsgünstigen Kredite sollen entsprechend der Investitionen  Wohngebäude, mit einem niedrigen Energieverbrauch gefördert werden. Hierdurch soll das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahre 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, unterstützt werden (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 1).

Förderfähig sind dabei Wohngebäude, für die der Bauantrag beziehungsweise die Bauanzeige bis spätestens dem 31 Januar 2002 gestellt worden sind. Auch hierbei existieren abweichende Vorschriften insbesondere für denkmalgeschützte Gebäude und  bezüglich der Anzahl der Wohneinheiten nach der durchgeführten Sanierung.  Gefördert werden einerseits die energetischen Maßnahmen als solches als auch die Beratung, Planung und Baubegleitung durch einen zertifizierten Energieeffizienzexperten sowie alle im Zusammenhang stehenden Maßnahmen wie beispielsweise die Erneuerung von Fensterbänken oder die Prüfung der Luftdichtheit des Gebäudes. Somit sind bei diesen Förderprogrammen auch die Dämmung von Wänden, Decken und Dachflächen, die Erneuerung von Fenstern und Außentüren, die Optimierung von bestehenden Heizungsanlagen beziehungsweise der Einbau von neuen Heizung und Lüftungsanlagen förderfähig (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 1f). Selbiges gilt für die zuvor dargestellten Maßnahmenpakete für Heizungen und Lüftungsanlagen (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 3). Die Antragstellung erfolgt dabei analog zu dem zuvor dargestellten Investitionszuschuss, sodass hierauf nicht mehr detailliert eingegangen wird (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 4).

MaßnahmeTilgungszuschuss in Prozent des Kreditbetrags
KfW-Effizienzhaus 55 [2]27,5
KfW-Effizienzhaus 70 ²22,5
KfW-Effizienzhaus 85 ²17,5
KfW-Effizienzhaus 100 ²15,0
KfW-Effizienzhaus 115 ²12,5
KfW-Effizienzhaus Denkmal12,5
Heizungs- und Lüftungspaket12,5
Einzelmaßnahmen7,5

Tabelle 2: Tilungszuschuss beim KfW Kredit 151/152 (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 8f)

Durch den gewährten Kredit können bis zu 100 % der Förderverein Kosten sowie den Nebenkosten finanziert werden. Pro Wohneinheit, in der Einzelmaßnahmen durchgeführt worden sind, wurde ein Höchstbetrag von 50.000 € festgelegt. Wird hingegen eine Sanierung gemäß KfW Effizienzhaus Standard durchgeführt, erhöht sich der Höchstbetrag auf 100.000 € je Wohneinheit. Der Zinssatz wird dabei für die ersten zehn Jahre bei Abschluss des Kreditvertrages festgelegt. Auch, wenn die Kreditanstalt für Wiederaufbaukreditlaufzeiten bis zu 30 Jahren anbietet bezieht sich die Förderung durch die verbilligten Darlehen lediglich auf die Periode von zehn Jahren. Darüber hinausgehende Zeiträume werden entsprechend unter Berücksichtigung der marktüblichen Verzinsung individuell zwischen der Kreditanstalt für Wiederaufbau und den Kreditnehmer verzinst. Nachdem die Modernisierung vollständig abgeschlossen ist, erhalten die Kreditnehmer zusätzlich einen Tilgungszuschuss, so das ein gewisser Anteil analog der nachfolgend dargestellten Tabelle mittels staatlicher Mittel abgegolten wird (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2018, S. 8).

 

BAFA: Energieberatung für Wohngebäude

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bietet Fördermaßnahmen im Kontext der energetischen Gebäudemodernisierung an. Im konkreten wird ein Zuschuss zur Energieberatung für die Besitzer von Wohnimmobilien angeboten. Diese Maßnahmen sollen nach Auffassung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle den Eigentümer die Möglichkeit bieten zu ermitteln, wie die Energieeffizienz des eigenen Wohngebäudes verbessert werden kann. Hauptziel ist es auch hierdurch, die Pläne der Bundesregierung hinsichtlich der Reduktion des Wärmeenergiebedarfs zu erreichen (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, 2018, S. 2).

Im Rahmen der Energieberatung soll der jeweilige Berater aufzeigen, welche konkreten Maßnahmen im jeweiligen Wohngebäude umgesetzt werden sollten. Hierbei berücksichtigt der Energieberater die jeweiligen Gegebenheiten sowie Fördermaßnahmen, die der Eigentümer in Anspruch nehmen kann und erstellt hieraus ein Sanierungskonzept. Zusätzlich werden die Maßnahmen zusammen mit dem Eigentümer in einem abschließenden Beratungsgespräch näher erläutert (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, 2018, S. 2).

Der Zuschuss wird dabei unmittelbar an den Berater ausgezahlt und beträgt 60 % der Honorarsumme jedoch maximal 800 EUR, und sofern es sich  um ein Wohnhaus mit mindestens drei Wohneinheiten handelt, 1100 EUR. Bei der Erstellung des Maßnahmenplans kann der Eigentümer in Absprache mit dem Energieberater zwischen einem Konzept für eine einmalige Gesamtsanierung und einem Konzept für eine schrittweise Sanierung über einen längeren Zeitraum hinweg auswählen. Somit können unter anderem auch die finanziellen Verhältnisse auf Seiten des jeweiligen Eigentümers bestmöglich berücksichtigt werden. Hierbei muss jedoch hervorgehoben werden, dass die Reduktion des Energieverbrauchs bei einer schrittweisen Modernisierung auch nur schrittweise gesenkt werden kann (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, 2018, S. 4f).

Durch den sogenannten individuellen Sanierungsfahrplan soll der jeweilige Eigentümer einen bestmöglichen Überblick erhalten. Daher wurde dieses Konzept so erstellt, dass mittels unterschiedlicher Visualisierungstechniken der jeweilige Eigentümer einen schnellen und einfachen Überblick über den energetischen Ausgangszustand des Wohngebäudes erhält. Zeitgleich werden auch die Verbrauchswerte nach der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen grafisch dargestellt, sodass auch die Verbesserung des Energieverbrauchs durch den Eigentümer, der meist Leihe ist, problemlos nachvollzogen werden kann (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, 2018, S. 4).

Die Förderung erfolgt für Eigentümer von Wohngebäuden und Wohnungseigentümergemeinschaften. Maßgeblich für die Förderung ist, dass das Objekt überwiegend zu Wohnzwecken genutzt wird und der Bauantrag beziehungsweise die Bauanzeige bis spätestens zum 31. Januar 2002 gestellt worden ist. Über dieses Förderprogramm wird im Weiteren nur die Beratung und nicht die Ausstellung eines Gebäude Energieausweises gefördert (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, 2018, S. 5).

Sofern es sich bei dem Antragsteller um eine Wohnungseigentümergemeinschaft handelt ist ein zusätzlicher Zuschuss von bis zu 500 EUR möglich, wenn der Energieberater das Konzept bei der Eigentümerversammlung beziehungsweise der Beiratssitzung vorstellt (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, 2018, S. 6).

[1] Eine Auszahlung erfolgt erst ab einem Zuschussbetrag in Höhe von 300,00 €, sodass sich ein Investitionsbetrag von mindestens 3.000,00 € ergibt, um von der Förderung der KfW zu profitieren.

[2] Inklusive Passivhaus

Ursachen von Schimmel

Bei Schimmelbefall gilt schon beim ersten Entdecken, den Schimmel umgehend zu bekämpfen und das nicht nur oberflächlich!

Hier erfahren Sie welche Baumängel am häufigsten für Schimmel verantwortlich sind und wer für die Kosten aufkommen muss.

Schimmel – Gefahr für unsere Gesundheit

Schimmel breitet sich nur bei optimalen Bedingungen aus und kann dann gravierende Schäden anrichten. Häufig sind es Baumängel, welche den Schimmel einen guten Nährboden geben. Feuchtigkeit, das richtige Klima und entsprechende Nährstoffe können dazu führen, dass sich Schimmel ausbreitet.

Hohe Luftfeuchtigkeit – häufige Ursache

Mangelndes oder falsches Lüften kann dazu führen, dass die Luftfeuchtigkeit in einem Raum zu hoch ist und Wasser an den Wänden sowie den Fenstern kondensiert. Dies ist eine optimale Voraussetzung für die Entstehung von Schimmel. Regelmäßiges Stoßlüften verhindert die übermäßige Ansammlung von Feuchtigkeit in der Luft.

Neubauten sind gewöhnlich gut gedämmt und dicht, hier ist regelmäßiges Lüften umso wichtiger, denn auch hier kann Schimmel entstehen.

Jedoch sind es meist Altbauten wo der Schimmel vorkommt. Wenn die Außenwand schlecht gedämmt ist oder die Fenster zugig sind, dann kühlen die Räume im Winter schneller aus.

Möbel sollten außerdem so platziert werden, dass die Luft hinter sperrigem Mobiliar gut zirkulieren kann.

Schimmelbefall – viele Bauschäden verantwortlich

Schon bei der Errichtung eines Neubaus entscheidet sich, ob ein Haus anfällig für Schimmel ist. Wenn der Bau beispielsweise nicht genügend Zeit zum Austrocknen hatte, verbleibt Feuchtigkeit in den Grundmauern, die einen idealen Nährboden für Schimmelpilz bilden.

  • Bei einem Neubau ist es wichtig, dass alles gut austrocknet, ehe man das Gebäude bezieht und falsches Lüften sollte vermieden werden.

Bei einer Bestandsimmobilie zeigen sich die Ursachen dagegen in der Regel schleichend und unbemerkt, z. B. undichte Dächer, defekte Dachrinnen oder Risse im Mauerwerk.

  • Wenn in Altbauten Schimmel auftritt, muss schnellstmöglich die Ursache gefunden und beseitigt werden.

Wasseraustritt – eine Ursache für Schimmel

Ereignisse wie eine übergelaufene Duschwanne, Wasserrohrbruch und defekte oder falsch verlegte Rohre können zu einer erhöhten Feuchtigkeitsansammlung führen. Hier kann es auch zu einem Schimmelbefall kommen.

In jedem Fall gilt, schnell handeln!

Schimmelanalyse – bei gesundheitlichen Beschwerden

Wenn Schimmel in der Wohnung festgestellt wird und dazu auch noch gesundheitliche Probleme kommen, sollte man schnell abklären, ob ein Zusammenhang besteht. Hierfür muss ein Abstrich zum Labor geschickt werden.  Dort lässt sich feststellen, um welche Art von Schimmel es sich handelt und eine entsprechende Diagnose der gesundheitlichen Probleme stellen und auch die Ursache der Schimmelbildung leichter bekämpfen.

Dies gilt nur bei einem kleinen Schimmelbefall. Diesen kann man als Heimwerker in der Regel alleine in den Griff bekommen.

Bei größeren Flächen ist es immer ratsam einen Fachmann zu konsultieren.

Schimmelbildung – Wer haftet?

Wenn ein Schimmelschaden durch den Mieter entstanden ist, trägt er die Verantwortung für den Schaden und muss diesen auch entsprechend beseitigen lassen. Das Verschulden lässt sich allerdings oft nicht so einfach eindeutig bestimmen. Aus rechtlicher Sicht muss der Mieter den Mangel zunächst beweisen, danach muss der Vermieter ebenfalls darlegen, dass die Schuld nicht bei ihm liegt, ansonsten wird er dafür haftbar gemacht.

Bei Wohneigentum ist allein der Eigentümer für die Beseitigung des Schimmels und die dabei entstehenden Kosten verantwortlich.

Fazit

Feuchtigkeitsbildung kann zahlreiche Bauschäden nach sich ziehen, wenn Schimmelbefall nicht rechtzeitig behandelt wird. Idealerweise sorgt man also schon vorsorglich dafür, dass es gar nicht erst zu einem Befall kommen kann. Das regelmäßige Lüften aller Wohnräume, das bewusste Platzieren der Möbel sowie auch die Kontrolle gefährdeter Bereiche verhindert, dass es im eigenen Zuhause zu einem Befall kommt.

Wärmebrücken (Kältebrücken)

Als Wärmebrücke (oftmals fälschlicherweise als Kältebrücken bezeichnet) werden Bauteile bezeichnet, die Wärme rascher nach draußen transportieren, als die angrenzenden Elemente. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen konstruktiven, geometrischen und materialbedingten Wärmebrücken.

Wärmebrücken treten bevorzugt an folgenden Orten auf

  • Rollladenkästen
  • Balkone
  • Ecken im Haus
  • Fensterstützen
  • Fensterrahmen
  • Heizkörpernischen Deckenanschlüsse
  • Vorspringende Stahlträger
  • Ungedämmte Stahlbetonbauelemente

Prinzipiell verbergen sich Wärmebrücken immer dort, wo im Kontrast zu den restlichen Bauteilen ein niedrigerer Wärmedurchgangswiderstand besteht.

Wärmebrücken und Schimmelbildung

Gibt es in einem Raum einen kälteren Wandbereich, also eine Wärmebrücke, verflüssigen sich dort bevorzugt die Wasseranteile der Luft. Die Wand ist an dieser Stelle demzufolge fortwährend etwas feucht. Landen darauf Schimmelsporen, finden sie ein geeignetes Milieu zum Wachsen vor. Jede Wärmebrücke neigt deshalb zu Schimmelbildung.

Schimmel aufgrund neuer Fenster

Wenn nur die Fenster ausgetauscht werden, aber die Außenwände so bleiben wie sie sind, entwickeln sich die Außenwände zu einer Wärmebrücke.

Schimmelbildung nach Fenstersanierung lässt sich mindern, wenn häufig gelüftet oder eine Lüftungsanlage installiert wird. Weitaus effektiver erweist sich jedoch bei der Fenstererneuerung die gleichzeitige Dämmung der Außenwände, damit keine Wärmebrücke entsteht.

Aufspüren von Wärmebrücken

Thermografieaufnahmen während der Heizperiode machen an einem Gebäude Wärmebrücken sichtbar, noch bevor Schimmel entsteht. Dazu ist eine Infrarot-Kamera nötig, die verschiedene Temperaturen mit unterschiedlichen Farben aufnimmt. Kältere Bereiche erscheinen blauer und warme in roter Farbe. Dazwischen gibt es noch eine Reihe von farblichen Nuancen.

Bildquelle: Lutz Weidner – Bauthermografie & Luftdichtheitsprüfung, CC BY-SA 3.0

Wärmebrücken – Schimmel vermeiden

Zum Ausmerzen von Schwachstellen wird generell zu einer umfänglichen Fassadendämmung geraten. Unnötige Wärmeverluste lassen sich ausschließen, wenn die wärmende Hülle überall möglichst gleich ist.

Schimmel durch Wärmebrücken

Weil eine Wärmebrücke schneller auskühlt und auftreffende schwüle Luft zum Kondensieren bringt, entsteht ein ständig nässender Bereich, auf dem sich leicht Schimmelpilze ansiedeln.

Nachträgliche Innendämmung

Eine Wärmedämmung soll dazu beitragen, dass der Durchgang der Wärmeenergie an der Gebäudehülle vermindert wird. Dadurch, dass sich der Wärmestrom jeweils in die Richtung der niedrigeren Temperatur (im Winter die Außentemperatur) bewegt, findet eine Wärmeübertragung vom Innenraum hin zur Oberfläche der Außenwand statt. Durch einen ausreichenden Wärmeschutz soll die Wärme länger im Gebäude erhalten werden und somit die notwendige Heizenergie reduziert werden.

Sowohl eine Dämmung der äußeren Wandoberfläche als auch eine Innendämmung können dazu beitragen, den Wärmeverlust deutlich zu reduzieren. Hierfür können unterschiedliche Materialien eingesetzt werden, um den Wärmestrom zu reduzieren. Maßgeblich hierfür ist jeweils, dass die Materialien eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen.

Insbesondere eine Innendämmung ist bei einer fehlerhaften beziehungsweise unsachgemäßen Ausführung kritisch zu betrachten. Denn hierdurch kann eine Schimmelbildung begünstigt werden. Daher ist es notwendig einerseits die richtigen Materialien einzusetzen und andererseits diese auch korrekt zu verarbeiten.

Damit nach der Durchführung einer Innendämmung Feuchtigkeit und Schimmel keine Probleme darstellen sollte zunächst dafür gesorgt werden, dass die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen zwischen 40 % und 60 % liegt. Durch eine Wärmedämmung innerhalb des Gebäudes, wird bei einer korrekten Ausführung die bestehende Luftzirkulation, die sich bei älteren Gebäuden meist durch undichte Mauerwerksfugen oder Ähnliches ergibt, nachträglich verhindert.

Dies führt mithin dazu, dass der Luftaustausch zwischen Innenraum und der Außenwelt deutlich reduziert wird. Folglich kann die Luftfeuchtigkeit im Gebäude ansteigen und somit das Wachstum von Schimmelpilzen begünstigen. Daher muss im Zuge einer Innendämmung stets darauf geachtet werden, dass ein notwendiger Luftwechsel weiterhin erreicht werden kann. Hierzu ist neben der fachgerechten Montage der Innendämmung auch eine genaue Berechnung des notwendigen Lüftungsstroms und bei Bedarf der Einbau von technischen Maßnahmen notwendig.

Nachträgliche Innendämmung (Einblasdäummgun mit Dämmhülsen), Foto: Arnold Drewer; IPEG-Institut

 

Dämmstoffe für die Innendämmung

Für die Innendämmung werden unterschiedliche Materialien angeboten. Neben synthetischen Dämmstoffen werden hierfür beispielsweise Dämmstoffe aus Cellulose oder Holzfasern angeboten. Auch mal moralische Dämmstoffe wie Steinwolle oder Glaswolle eignen sich hierfür. Darüber hinaus werden im Rahmen der Innendämmung häufig auch sogenannte Klimaplatten beziehungsweise Calciumsilikatplatten eingesetzt.

Calciumsilikatplatten kennzeichnen sich dadurch, dass aufgrund der Vielzahl von Mikroporen Wasser aufgenommen, gespeichert und bei einer verringerten Raum Luftfeuchtigkeit wieder abgegeben werden kann. Somit tragen diese Platten auch zur Regulierung der Raum Luftfeuchtigkeit bei. Zudem können aufgrund des hohen pH-Wertes Schimmelpilze nicht beziehungsweise kaum wachsen. Auf der anderen Seite müssen diese Platten jedoch besonders sorgsam verarbeitet werden und eignen sich nicht für jede Art der Wandgestaltung.

 

Schimmel mit Innendämmung vermeiden

Nur dann, wenn die Innendämmung fachgerecht ausgeführt wird, und weitere wichtige Rahmenbedingungen erfüllt werden, lassen sich die Bildung von Feuchteschäden und Schimmelbildung nach einer Innendämmung vermeiden. Im Allgemeinen wird bei einem Wärmeschutz von Gebäuden eine Außendämmung empfohlen. Jedoch müssen hierbei stets die individuellen Rahmenbedingungen beachtet werden, sodass eine genauere Analyse vor Ort notwendig ist. Gerne stehen wir Ihnen hierbei beratend zur Seite.

 

Passivhaus, Nullenergiehaus oder Plusenergiehaus – was steckt dahinter?

Unter den „Energiesparern“ sind Passivhäuser derzeit die am weitesten verbreitete Bauform. Die Häuser der Zukunft sind aber Nullenergie­ oder Plusenergiehäuser.
So unterscheiden sich die Gebäudestandards. 

Passivhaus

Das Passivhaus verbraucht fast drei Viertel weniger Heizwärme als ein durchschnittlicher Neubau, der den derzeitigen, gesetzlich vorgegebenen Energiestandards entspricht. Für diese enorme Energieeinsparung sorgen besonders energieeffiziente Bauelemente sowie eine spezielle Lüftungstechnik. So halten dreifach- und wärmeschutzverglaste Fenster sowie eine hochwirksame Dämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte die Wärme im Haus. Die Lüftungsanlage sorgt für gleichbleibend frische Luft. Zum Heizen nutzen Passivhäuser die im Inneren des Hauses vorhandenen Energiequellen – beispielsweise die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme.

Nullenergiehaus

Eine Weiterentwicklung des Passivhauses ist das Nullenergiehaus. Es verbraucht nur so viel Energie, wie es selbst auch produziert. Das bedeutet, dass keine
Fremdenergie für Warmwasser, Kühlung oder Heizung benötigt wird. Der Stromverbrauch für Licht, Geräte oder Maschinen wird dabei allerdings nicht berücksichtigt. Ein Nullenergiehaus nach aktuellem Standard funktioniert also nicht komplett autark: Während die Sonne im Sommer zur Energiegewinnung genutzt werden kann, fällt diese Möglichkeit im Winter weg. Nullenergiehäuser sind daher an das allgemeine Stromnetz gekoppelt. Das heißt, sie können überschüssige Energie in das Stromnetz einspeisen, im Winter dafür Energie aus dem Netz beziehen. Nullenergiehäuser gelten aber dennoch als energieneutral, weil sie auf das Jahr gerechnet genau die Energiemenge produzieren, die gebraucht wird.

Plusenergiehaus

Plusenergiehäuser gelten als die bislang am weitesten entwickelte Form eines energieeffizienten Gebäudes. Ein Plusenergiehaus produziert mehr Energie als
seine Bewohner verbrauchen und ist emissionsfrei. Erreicht wird dieser Standard unter anderem durch eine hocheffiziente Anlagentechnik und eine komplett
regenerative Energieversorgung. Zusätzlich erzeugt eine Photovoltaikanlage Solarstrom. Die überschüssige, nicht genutzte Energie kann beispielsweise in das
öffentliche Netz eingespeist oder zum Aufladen eines Elektroautos genutzt werden. Häuser, die einen Energieüberschuss produzieren und diesen auch speichern können, sind energieautark.